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Desargues

August 24, 2004

Metaphern aus der realen Welt werden in der Software-Branche gern verwendet. Erfolgreichstes Beispiel wäre der Überweisungsträger beim Online-Banking der 1:1 vom Originalvordruck übernommen wurde. Das macht durchaus Sinn, was man einmal gelernt hat zu bedienen (oder auszufüllen) wird leichter verstanden. Eine weitere Metapher die die Software-Branche übernommen hat, ist der Taschenrechner. Es gibt kaum ein Betriebssystem das nicht mit einem »Taschenrechner« als Anwendung daher kommt. Nun stellt sich mir die Frage, wozu einen Taschenrechner, wenn ich vor einem viel leistungsfähigeren Computer sitze, der mehr als 1000x so schnell ist wie ein Taschenrechner. Unter Windows hat dieser Taschenrechner sogar nur eine Zeile mit 32 Zeichen. In einem Computer aber Platz ist um Billionen an Zahlen zu speichern. Dazu noch eine Oberfläche die einem Taschenrechner nachgebildet ist. Mit Operatoren und vorbereiteten Funtionen.
Sicher, wer sich mit einem Taschenrechner vorher auskannte, der wird keine Probleme haben diese Oberfläche zu verstehen. Nachteil wäre allerdings die begrenzten Berechnungen die damit durchgeführt werden können. Formeln können nach der Eingabe nicht mehr verändert werden, ausser man tippt sie neu ein. Ergebnisse können nicht gespeichert werden (Ausnahme: MacOS X Rechner). Formeln nicht in die Zwischenablage kopiert werden. Die Taschenrechnermetapher ist schlicht und ergreifend ein Fehler gewesen. Unter MacOS 9 gab es eine Anwendung die AlgebraGraph hieß. Mit diesem Programm konnte man Formeln auf ein Arbeitsblatt schreiben. Das Ergebniss wurde automatisch berechnet. War es eine Funktion, wurde sie grafisch in einem Koordinatensystem dargestellt. Dieses Programm habe ich mir zum Vorbild gemacht und für Windows ein ähnliches entwickelt. Wenn man eine Metapher zugrunde legen möchte, was eigentlich unnötig ist, kann man es als eine art Matheheft sehen, das die Aufgaben selber löst. Ich nenne es Desargues nach einem französischen Mathematiker. In Desargues kann man eine Formel wie »(80*23)+256=« eingeben. Das =-Zeichen dient als eine Art Schalter. Setzt man dieses, wird alles vor dem Gleichheitszeichen berechnet und dahinter geschrieben. Also »(80*23)+256=2.096«. Man kann auch Variablen verwenden, wie »a=80«. Die Formel könnte dann »(a*23)+256=2.096« heißen. Man könnte sogar richtige Satzaufgaben lösen und die Ergebnisse kommentieren. Hexzahlen, Radizieren, Pi, Sinus und sonstiger mathematischer Schnickschnack ist natürlich auch möglich. Desargues zeigt wie ein Rechenprogramm, das mit einem Betriebssystem ausgeliefert wird, auszusehen hat.

4 Kommentare

Frank ·

Bei hardtware fehlen immer die Screenshots. So muss ich jetzt die Software auf einem Wintel-Rechner installieren um zu sehen, wie sie aussieht - eigentlich doch eine Zumutung, oder?

lemming ·

Und, zufrieden?

Frank ·

ganz nett und auch gut. Nur wieso nur drei Variabeln? Meine erste Rechnung hatte sofort satte 10 Ein Aktualisierungsknopf hätte auch was. Dann sollten alle Definitionen übernommen und alle Rechnungen nochmals gerechnet werden…

Wenn das geht, brauch ich zu 80% kein Excel mehr…

lemming ·

Mehr Variablen (unendlich) und immer refresh wenn = gedrückt wird. Das wären wirklich Features die diesem Programm noch fehlen würden. Danke Frank.

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