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Sosumi

January 10, 2006

Ein weiteres mal sind wir auf den Spuren der Computergeschichte.
Gestern auf Spiegel Online:

Der kurze und prägnante Startsound der Apple-Computer wurde vor nunmehr 14 Jahren von Jim Reekes komponiert. Es war allerdings erst in diesem Jahr, dass Reekes dies auch zugab - und zwar im populären US-Blog “BoingBoing”. Bis dahin hatte der frühere Apple-Angestellte darüber geschwiegen, dass er der Vater jenes legendären C-Dur-Panflöten-Akkords war.

Er hatte ganz und gar nicht geschwiegen, denn man konnte es in der 2. Auflage von »Apple - Streng Geheim« nachlesen. Zudem gab Reekes BoingBoing im März letzten Jahres ein Interview, nicht diesen Jahres.
Jim Reekes war verantwortlich für einige Sound-APIs und MIDI-Software in Mac OS VII. Aufgrund der Rechtsstreitigkeiten die Apple Computers mit Apple Records, der Plattenfirma der Beatles, hatte, war Reekes Aufgabe nicht leicht. Apple Computers traf sich seit Anbeginn in regelmäßigen Abständen vor Gericht, wenn Apple Records seine Namensrechte im Musikbereich gefährdet sah. Daher wurde auch die Namensfrage der Startmelodie, die Reekes komponiert hatte, zunächst von der Rechtsabteilung von Apple Computers geprüft.
Reekes schlug »Chimes« oder »Xylophone« vor. Die Anwälte lehnten ab - zuviel Musik im Namen. Reekes wollte mit »Let it beep!« kontern, eine Anspielung auf den Song »Let it be« der Beatles. Seine Vorgesetzte hinterte ihn allerdings daran, Reekes meinte angefressen »So sue me«, was übersetzt »Dann verklag mich doch« bedeutet.
Reekes übermittelte über seine Kollegin, die noch eine Geschichte um eine japanische Defintion drum herum dichtete, der Rechtsabteilung von Apple Computers, den Namen »Sosumi«, ausgesprochen eben »So sue me«. Die Anwälte schluckten es und so erklingt seit dem, bei jedem Systemstart »Verklag mich doch!«.
Netterweise findet sich auf apple.com, für den auf jeder Seite unten angebrachten Copyright-Claim, eine CSS-Definition namens »sosumi«.

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