In meinen zwei Wochen Urlaub habe ich im Fernsehen den Wahlkampf zwischen Kerry und Bush beobachtet. Ich habe die Debatte zwischen Cheney und Edwards gesehen, bei der sich mein Bild von den Republikanern und den Demokraten bestätigt hat.
Kerry ist ein Unbekannter. Auf der aussenpolitischen Bühne kennt man ihn erst nachdem er die erste Vorwahl gewonnen hatte und der demokratische Spitzenkandidat wurde.
Die Republikaner sind Konservativ. Genau wie Herr Hugo Müller-Vogg, Kommentator der BILD-Zeitung, Autor der WELT am SONNTAG und ehemaliger FAZ Korrespondent in New York. Buchautor von »Horst Köhler: Offen will ich sein - und notfalls unbequem“«. Eine übersichtliche Vitae findet sich hier
Heute erschien auf BILD.de ein Kommentar von Herrn Müller-Vogg: »Warum George W. Bush der bessere Präsident ist«. Er nennt dabei zehn Punkte, die ich Nicht-BILD-Lesern zeigen möchte und ebenfalls, wie BILD üblich, mit meiner Meinung vorkauen möchte.
1. Bushs Prioritäten sind eindeutig. Er sieht den menschenverachtenden islamistischen Fundamentalismus, die mordwütigen Mullahs als die größte Gefahr für die westliche Welt.
Die größte Gefahr für die westliche Welt sind Korruption und Gedankenmanipulation nach Orwellschen Ausmaßen. Die Gefahr vor dem imaginären Feind, der dem Volk immer wieder aufs neue Entbehrungen abverlangt (Einschränkung der Privatsphäre durch den Patriot-Act z.B.), sind in der Realtität nicht Farmer Jones oder Eurasien, sondern die »mordwütigen Mullahs«?!
Genau wie Schwatzwutz kaut die BILD-Zeitung seinen Lesern die Meinung bereits vor. Hirn einschalten ist nicht nötig.
2. Bush hat die Lektionen der Geschichte gelernt. Gegen gewaltbereite Fanatiker helfen keine guten Worte, da hilft nur militärische Stärke. Da gibt es bei ihm — anders als bei Kerry — kein Wackeln.
Das Kerry in der Tat der Ruf vorrauseilt, er wäre ein Wendehals, stimmt. Man kann aber aufgrund seiner Vergangenheit in Vietnam davon ausgehen, dass er weiß was Krieg bedeutet. Natürlich hat er für den Irak-Krieg gestimmt. Das wird wohl auf ewig (bis vier Wochen nach der Wahl) ein schwarzer Fleck auf seiner weißen Weste im Auge eines jeden Deutschen sein. Die Frage ist aber, hätte er ihn AUCH angezettelt, wenn er vier Jahre zuvor an der Macht gewesen wäre?
3. Unter Bush werden die USA als Supermacht weiterhin die Hauptlast in dem von den islamistischen Fanatikern einseitig erklärten »Heiligen Krieg« tragen — militärisch, finanziell und auch beim Blutzoll.
Besser ein amerikanischer Soldat als ein deutscher Soldat? Lieber New York als Madrid oder Berlin? Was ist das für eine Weltanschauung, Herr Müller-Vogg? Kein Bush, kein Irak-Krieg, keine Interventionen Amerikas in den letzten 30 Jahren im mittleren Osten und der 11. September wäre nie geschehen. Aber wenn der Blutzoll für stabile Ölpreise und Machterhalt ein paar Marines sind, dann scheint das ja Okay zu sein.
4. Neben dem Kampf gegen den Terror und die Terroristen wird ein wiedergewählter Bush alles tun, um keine neuen atomaren Mächte entstehen zu lassen. Das gilt insbesondere mit Blick auf die nuklearen Ambitionen des Irans und Nordkoreas.
5. Bush hat gelernt, daß Amerika jedes Land militärisch besiegen, aber nicht im Alleingang befrieden kann.
Deshalb wird er in einer zweiten Amtszeit verstärkt auf internationale Zusammenarbeit setzen.Aber er wird sich nicht davon abhängig machen, wie Syrien oder Libyen in der UNO abstimmen.
6. Bush weiß, daß Europa und Deutschland gar nicht über die militärischen Kapazitäten verfügen, um sich über ihre bisherigen Auslandseinsätze hinaus nennenswert zu engagieren. Deshalb wird er diesen Beitrag auch nicht einfordern. Kerry aber würde genau das tun — und die ohnehin beschädigten deutsch-amerikanischen Beziehungen weiter belasten.
Das man erst eine Legislaturperiode benötigt um festzustellen das man Präsident der USA ist und nach dem Fall der Mauer jedes Land platt machen kann, aber nicht befrieden, dann kommt die Einsicht etwas zu spät.
Kerry ist für eine Aussöhnung der deutsch-amerikanischen Verhältnisse. Kerry will eine breitere Koalition für den Friden im Irak gewinnen, das stimmt. So könnte man über die Ausbildung von irakischen Polizisten in Deutschland diskutieren. Es wird aber kein deutscher Soldat im Irak stationiert - auch bei Kerrys Wahlsieg.
7. Unter Bush wird Amerika ein verläßlicher Partner Israels bei dessen Überlebenskampf bleiben. Daran muß gerade uns Deutschen sehr gelegen sein.
Wir erinnern uns wie der Israelische Aussenminister Shimon Peres und Yesser Arafat sich am 13. September 1993 im Weißen Haus die Hand geben und zusammen mit Clinton einen Friedensplan aushandeln. Ich habe bis heute noch nicht Präsident Bush Yasser Arafat die Hand schütteln sehen. Die von Scharon hingegen oft genug.
8. Die Republikaner waren immer entschiedenere Befürworter eines freien Welthandels als die Demokraten. Das gilt auch für Bush im Vergleich zu Kerry. Und das ist gut für die Exportnation Deutschland.
Diese Behauptung ist so Subjektiv, das ich dafür kein Gegenargumente liefern muß. Soviel sei gesagt. Bill Clinton überlies seinem republikanischen Nachfolger Bush ein Haushaltsplus und einen starken Dollar.
9. Jede neue amerikanische Regierung macht Fehler; Bush hat seine schon gemacht. Kerry hingegen hat noch nie ein Regierungsamt bekleidet. Er wäre so schlecht vorbereitet wie wenige Präsidenten vor ihm.
Das jemand Senator von Massachusetts sein kann ohne auch Regierungsverantwortung zu übernehmen wäre mir neu. Das jede amerikanische Regierung am Anfang Fehler macht und dass das ein Grund sein soll, nun eine Andere zu Wählen, will ich Ihnen nicht glauben.
10. Bei Bush wissen wir, was wir zu erwarten haben. Bei John Kerry weiß dagegen niemand, wofür er steht und wohin er Amerika — und die Welt — führen will.
Bei Bush wissen wir, was wir zu erwarten haben.
via Nervblog IT&W
myalterego hat auch eine Meinung. Ebenso wie der IT-Lümmel.

6 Kommentare
…;-) hat dein Blog auch Rechtschreibprüfung? Da gibbed einige Tippies…;-)
Ansonsten ist das Foto von Herrn Wie-hiess-er-denn-noch-gleich Hugo ein Statement.
p.s. was ist das denn für eine bloggingsoftware?hm?
Dieses Gesicht wird meinen Weblog nicht zieren, das weiß ich
Die Software schimpft sich Movable Type und ist auf http://movabletype.org zu finden.
Re #9, bringst Du da nicht Senator und Gouvernor durcheinander?
Wenn ich mich nicht ganz arg taeusche ist ein Senator so etwas wie in Deutschland ein Bundestags/ratsabgeordneter, hat aber keine Regierungsverantwortung an sich.
Der Gouvernor ist hingegen der Regierende in einem Staat, waere also mit einem Deutschen Ministerpraesidenten (oder wie die noch heissen) in einem Bundesland vergleichbar.
Demzufolge hat Kerry tatsaechlich keine Regierungserfahrung in dem Sinne (waehrend Bush vorher Gouvernor in Texas war). Allerdings scheint das bei dem anderen JFK genauso gewesen zu sein.
Ein Senator ist so was wie ein MdB. Ganz richtig. Ein Gouverneur ist sowas wie ein Ministerpräsident eines Staates. Gouverneur war Kerry oder Edwards nicht. Dennoch kann man einem Bundestagsabgeordneten Regierungserfahrung unterstellen, wenn er nicht nur in der Opposition war.
Ach ja. Was Regierungserfahrung ala »Gouverneur von Texas« wert ist, haben wir ja am 11. September 2001 in einem Kindergarten in der Nähe von Washington gesehen.
Passt zum Thema:
http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/te/18665/1.html