Mittlerweile bin ich über die Hälfte meines Lebens Programmierer. Ich schreibe Programme, seit ich 13 Jahre alt bin und mir ein Freund mal gezeigt hat wie das geht. Seit dem bin ich Autodidakt, habe einen riesigen Spaß am Entwickeln und schlage mich ständig mit dem Gedanken herum. wie man
a) etwas am einfachsten programmieren kann
b) den größten Nutzen daraus zieht - klassisch 80/20 - und
c) wie der Kunde/Benutzer am wenigsten Hürden hat es zu verwenden.
Denn wenn ich etwas gelernt habe ist es dass, um so länger etwas dauert zu programmieren, um so wertloser der Nutzen ist und um so schwerer es zu bedienen ist, um so weniger wird es verwendet.
Und ich bin nicht Programmierer geworden, damit ich tote Software entwickle.
Auf meinen Weg habe ich ein paar Erfahrungen gemacht, die ich bemerkenswert finde. Eine ist typisch dafür, dass sich ab und an ein Programmierer keine Gedanken macht, wie seine Software zu bedienen ist - brauch er ja auch nicht, er hat sie schließlich programmiert und weiß wie sie tickt. Aber leider sind Menschen noch nicht so weit dass sie Gedanken lesen können und deswegen gibt es ReadMes, die keiner liest - ach ja - und Interfaces.
Anno 2000 hatte ich eine kleine Software geschrieben die es Computer-Spielern ermöglichte Half-Life (oder CS or whatever) hinter einem Proxy zu spielen. Das Programm war recht populär und wurde ein paar tausend mal runter geladen und wird stellenweise heute noch verwendet - wenn ich den Update-Homephonies glaube, die ich damals eingebaut habe.
Die Installation war recht kompliziert, denn sie erforderte die oben erwähnte ReadMe. Soweit kamen die meisten aber nicht, denn das erste “Tab” der Software beinhaltete eine Monitoring-Oberfläche auf der kleine “Lämpchen” die Netzwerkaktivität anzeigten. Grün blinkend, wenn Aktivität. Rot wenn keine Aktivität.
Und da war der Fehler. User die die Software zum starteten sahen zuerst nur rote Lämpchen. Rot! Also stimmte etwas nicht - gleich Mail an den Entwickler. Am Tag als das Ding zum ersten Mal auf einer Spiele-Newsseite war, wurde ich nur so mit Mails über rote Lämpchen bombardiert, was mich umgehend dazu veranlasste eine neue Version online zu stellen, bei der die Lämpchen per default “grau” waren. Somit hatte die Mailflut tatsächlich ein Ende.
Rot hat also eine Art Stopp-Wirkung die man sich auch zu nutze machen kann - z. B. um auf eine ReadMe hinzuweisen.

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