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IT-Branche: Hochqualifizierte fehlen

March 23, 2005

In der IT-Business-News kommt ein Artikel über den schwindenen Nachwuchs der IT-Branche. Neben dem Rückgang von Auszubildenden wird auch das Fehlen von hochqualifizierten Arbeitsnehmern bemängelt. Dr. Willi Fuchs, Direktor des Vereins Deutscher Ingenieure, spricht das aus was ich schon lange beobachte.

Der Mangel an Hochqualifizierten in den Berufszweigen Informatik, Ingenieure und Naturwissenschaften sowie Mathematik muss aktiv angegangen werden. Wir gehen heute von einem IT-Fachkräftemangel in Höhe von 4.000 aus, Tendenz steigend.

Das sich in der IT Arbeitnehmer sammeln, die gerade mal wissen wie man einen Plug&Play-Assistenten unter Windows bedient, ist mir — wie gesagt — nicht erst nach dem Lesen der IT-Business-News aufgefallen. Vielmehr sehe ich das als die Regel. Ein stetes Lernen bei der Arbeit ist in jedem Beruf Pflicht. Für den IT’ler gilt aber dazu noch die eigene Fortbildung in der Freizeit.

11 Kommentare

frank · March 23rd, 2005 at 1:59 pm

IT-Profi ist doch heute jeder, der den Einschaltknopf findet. Das ist traurig…

Lazerte · March 23rd, 2005 at 3:27 pm

Hübscher Tippfehler: Widows - der Witwenmacher unter den Betriebssystemen!

lemming · March 23rd, 2005 at 4:40 pm

Haha. War aber leider wirklich ein Versehen.

Ronnie · March 23rd, 2005 at 5:36 pm

Das traurige daran ist die offene Ignoranz von Personalverantwortlichen. Gesucht wird immer nur die eierlegende Wollmilchsau. Wenn ich in letzter Zeit mal bei Jobpilot.de geschaut habe, waren da Unmengen an Stellen für SAP-Irgendwas. Leider sind das Kenntnisse die man nur bei SAP oder einem Unternehmen mit SAP im Einsatz erwerben kann. Klar es gibt Bücher, aber ohne eine Möglichkeit an einem Live-System rumzuprobieren helfen die nicht viel.

Richtige IT-Professionals sieht man heute selten, die haben meist Jesuslatschen und entsprechende Bärte und sitzen ihre Jahre in Rechenzentren ab. Außerhalb ist ja auch nur jung und dynamisch gefragt.

Ich bin vor vier Jahren erfolgreich als Quereinsteiger aus der Elektrotechnik in die IT gewechselt. Seit dem bin ich einer dieser merkwürdigen Administratoren. In der Anfangszeit habe ich mich noch immer gewundert warum ältere Kollegen entweder phlegmatisch oder cholerisch sind, aber je mehr Aufgaben man übernommen hat, desto weniger kreativer Spielraum ist geblieben. Irgendwann ist man dann vom Vorranbringen der EDV zum Erhalt übergegangen, weil man gar nicht mehr die Zeit hatte innovativ tätig zu sein.

Wer in diesen Bereich rein will, dem empfehle ich zwei Dinge:

- Vermeide Komplexität
- Schaffe Redundanz

Komplexität killt dich. Beispiel: Wir haben alle Unternehmensstandorte in ein VPN integriert und per OpenLDAP zentrale Authentifizierung geschaffen. Klingt toll, aber bei jeder Änderung muss man überlegen wie man das umsetzt das es an allen Standorten funktioniert - wenn es geht zeitgleich. Alles lokal, hübsch per tdb - per Skript einrichtbar in Minuten und der Austausch via ftp hätte es auch getan - problemlos.

Redundanz rettet deinen Arsch. Habe Backups von Backups. 3 Generationen Backup ist ein Muss! RAID5 ist kein Luxus, sondern notwendig! Prüfe deine Rücksicherungen mit md5sum, habe Mirrors zur Hand. Das einzige was zwischen dir und dem Abgrund steht ist Redundanz. Ehre sie entsprechend.

lemming · March 23rd, 2005 at 7:51 pm

Klingt wirklich toll. Zumindest auf dem Blatt Papier auf dem es ausgedacht wurde. Realität und Planung nehmen aber stets getrennte Wege. In der IT erst recht, da so ungeheuer viele Faktoren zusammen spielen. Inkompetenz ist dann nur noch ein Multiplikator dazu.

Deine zwei Leitsätze sollten sich IT-Verantwortliche an den Monitor pinnen. Selbstverständlich kann man sich Wunschvorstellungen machen, aber man sollte gewisse Dinge als »nice to have« markieren. Sonst — wie du schon sagtest — verzettelt man sich.

lemming · March 23rd, 2005 at 8:06 pm

Btw. Super Kommentar und auch dir ein allerschärfstes Willkommen.

Simon · March 23rd, 2005 at 8:36 pm

Es gibt einige Berufe, die man nicht ausüben kann, sondern die man leben muss.
Gerade ITler sollten sich darüber im Klaren sein, dass Job und Freizeit zu Einem zusammenschmelzen müssen.
Das Selbe gilt vielleicht auch für Ärzte und Rechtsanwälte.
Wer in seiner Freizeit sich nicht auch mit der IT beschäftigt und nicht versucht, auf dem Laufenden zu bleiben, wird seinen Job nie zu 100% richtig machen können.

Olaf · March 24th, 2005 at 2:15 pm

Mache ITler kommen mir schon wie Lehrer vor. Immer nur das nötigste machen, möglichst keine Arbeit mit nach Hause nehmen und Weiterbildung nur dann, wenn es gar nicht mehr anders geht. Aber zum Glück gibt es auch noch Ausnahmen, bei den ITlern als auch bei den Lehrern.

Rainer Maas · August 14th, 2006 at 7:29 pm

Lemminge ist ein recht treffender Begriff für die Feststellung der Tatsache,daß die
“hochverehrte” und “heißgeliebte” Welt-Software- Firma MICROSOFT u.a.es schon verstanden hat, die ca. 6 Milliarden, oder sagen wir mal 1 Milliarde INTERNET-Lemminge seit über 25 Jahren an der Nase, oder besser am Nasenring, zu führen !

CHAPEAU !!!

Was hat man in Europa, in Deutschland, dage-gen getan ????

Die “Frühverramschung” hochintelligenter IT-
könner aller Couleur durch “Frührente” kann nur zum Ausverkauf oder zur Vernichtung von intelligentem Potential auf dem IT- Gebiet führen !!!

Reicht dafür die “Volksschule Sauerland”, Herr Müntefehring, Herr Weise, Herr Biedenkopf, Frau Merkel usw…..

Das ganz normale Leben ·

Das was ich schon immer denke..

Scheinbar liege ich mit meiner Vermutung, dass ein Großteil der Leute in der IT Flaschen sind, doch nicht so falsch - lemming denkt zumindest aufgrund seiner Erfahrungen genauso und die IT-Business-News scheinen ihm/uns zuzustimmen…. schön, dass es z…

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