In der Fabrik (orig. von Semmel) bearbeiten wir neuerdings die Firmen-Webseite zu dritt. Um u. a. mich zu entlasten, der das vorher immer machen durfte.
Für eine Verbindung zwischen unserem CVS-Repository und dem Webserver, der in Göppingen steht, habe ich unseren alten FreeBSD-Server kurzerhand in einen OpenBSD-Server umgewandelt. Man sagt OpenBSD sei das sicherste Betriebssystem der Welt. Also genau richtig um den Zugang zu unserem Netzwerk abzusichern. Im Gegensatz zu FreeBSD kam OpenBSD nur mit dem OpenSSH-Dienst laufend zur Welt. Und den musste man in der /etc/ssh/sshd_config erstmal eine Netzwerkkarte und mindestens eine Authentifikationsmethode zuordnen. Sonst wäre er gar nicht brauchbar gewesen.
OpenBSD ist zu Anfang sehr, sehr spartanisch. Zwar gibt es jede Menge Ports (Software) wie in FreeBSD, allerdings werden die nicht komplett in einem ISO bereit gestellt, sondern liegen alle noch auf einem Server.
Wie bei Gentoo-Linux wird die Software dann auch nur im Quellcode geliefert und Vorort kompiliert. Als Standard-Shell ist csh vorbereitet, die ich dann gleich durch die etwas bequemere ksh ersetzt habe.
Was zunächst etwas verwirrt, dann aber irgendwie angenehm ist, ist das völlige Fehlen der Init-Scripte wie sie unter Linux bekannt sind. Alles was beim Systemstart geladen wird, steht in der /etc/rc. Alles was wiederum beim runterfahren entladen werden soll, steht in der /etc/rc.shutdown. Alles was zwischendrin geschehen muss wird über die Jobliste und eben kill pid gemanaged. Für Linux-Umsteiger gibt es extra eine Migrierungshilfe, die wohl aus Fragen in der OpenBSD-Mailingliste zusammen gestellt wurde.
Vom Schwierigkeitsgrad, aus Sicht eines Linux-Anfängers wie mir, würde ich OpenBSD zwischen OpenDarwin (ganz unten) und FreeBSD ansiedeln.
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Nachtrag: Es hat genau, nach der Uptime zu urteilen, vier Minuten gebraucht, bis der erste Zombie-Rechner aus dem Internet versucht hat sich einzuloggen.

4 Kommentare
Was also, würdest du sagen, ist der entscheidende Unterschied zwischen Linux und OpenBSD? Wofür taugt es besonders? Wäre es ein Problem gewesen dieselbe Aufgabe mit einer Linux-Box zu erledigen? Oder ist es “einfach nur so” unterschiedlich und gleichermaßen geeignet für solche Aufgaben?
Ein großer Unterschied ist ja sicherlich die Community. Die ist bei Linux natürlich beträchtlich größer. Ansonsten habe ich wenig Plan und von OpenBSD noch viel weniger Plan als das ich dir objektiv irgendwelche Vor- und Nachteile in deine Richtung werfen könnte.
Rein Subjektiv ist OpenBSD aufgeräumter - das gilt auch für die Dokumentation auf openbsd.org - was das Lernen des Systems einfacher macht.
Was für mich entscheidend war, war die Tatsache dass OpenBSD als sicher gilt und das nicht erst seit einem Jahr sondern seit mittlerweile fast 10. Also genau richtig für die Aufgabe.
Die haben auch nette Poster (und T-Shirts) - willst du die auch anbieten?
Gruß,
Ronnie
Wenn du mir versprichst von den T-Shirts mindestens eines zu kaufen, dann stelle ich die auch ein, Ronnie.