Die Serie zur Klärung der Computergeschichte geht weiter. Als ich am letzten Wochenende auf dem LinuxTag in Karlsruhe war, nutzte ich die Gelegenheit und besucht das ZKM, ein Museum für neue Medien, das mir vor meiner Anreise auf diversen Mailinglisten ans Herz gelegt wurde.
Neben vielen Exponaten die den Informationsmensch höher schlagen lassen, bietet das ZKM auch eine funktionstüchtige Z22.
Im ersten Stockwerk steht sie am Rand der Ausstellung und brummt vor sich hin. Gewaltig, imposant, riesig – laut.
Ein Schrank allein nur für das wassergekühlte 3500 Watt starke Netzteil. zwei weitere Schränke für den Röhrenspeicher. Zur Ein- und Ausgabe dient ein Fernschreiber der Bundeswehr. Zusätzlich dazu können Programme ihre Ergebnisse auf einigen Dioden ausgeben. Während der Besichtigung lief eine Programm, dass eine Symphony von Wagner in der Dauerschleife abspielte.
Die Z22 mit der Seriennummer 13 wurde 1957 von der Zuse AG gebaut. Die erste Computerfirma der Welt (damals noch eine Kommanditgesellschaft) wurde 1949 von Konrad Zuse, Harry Stucken und Frank Eckhard in Neukirchen gegründet. Von den Z22 wurden insgesamt 55 Stück gebaut. Fünf davon wurden ins Ausland exportiert. Auf Ihnen lief eine spezielle Programmiersprache, entwickelt von der Zuse AG, die später, nach ein paar erforderlichen Umbauten, die neu entwickelte ALGOL60-Programmierpsrache beherrschten. Mit Ihren 140KHz halfen die Maschinen hauptsächlich in der Betriebswirtschaft aber u. a. auch in der Ballistik, Aerodynamik, Optik, Vermessungstechnik, im Maschinen- und Kernreaktorbau mit.
Ansgesichts ihrer vergleichsweisen schwachen 140KHz Taktfrequenz und des Papierstreifen-Massenspeichers waren die Verhältnisse für Programmierer in den 80igern, die ich in meinem Artikel »Platzverschwendung« beschreibe, geradezu paradiesisch.

Weitere Infos über die 13 findet sich auf der Webseite der Fachhochschule Karlsruhe und ihrer beiden Betreuer Herr Baumann und Herr Kammerer und natürlich auf Wikipedia.

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