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Mansardenwohnung

November 05, 2007

Einige meiner Bekannten haben es schon erfahren. Ich ziehe in wenigen Wochen nach Untertürkheim.
In eine kleine Mansardenwohnung am Rande der Innenstadt. Ich habe die Wohnung - für Stuttgarter Verhältnisse - ziemlich schnell bekommen. Es waren insgesamt fünf Interessenten Vorort, aber der Makler hat mich dann wenige Minuten, nachdem ich der Wohnungsbesichtigung den Rücken gekehrt habe, angerufen und mir gesagt, dass ich die Wohnung bekomme. Grund war ein Deal, den ich mit dem Vormieter noch am Küchentisch ausgehandelt habe. Ich nehme die Wohnung sofort und streiche die Wände selber, anstatt es den Vormieter machen zu lassen.
Der Vormieter fand das natürlich super und hat dann gleich die anderen Interessenten raus geekelt und den Vermieter gleichgeschaltet.
Allerdings habe ich nicht bedacht, dass der Mann 10 Jahre lang in der Wohnung geraucht hat. Dementsprechend sehen die Wände aus. Alles stinkt nach Nikotin, die Einbauküche und der Boden kleben. Also muss alles raus - inklusive der abgeliebten Küche. Der Backofen hat noch NIE eine Reinigung bekommen, die Kacheln an der Wand haben zwar ein Muster, bei dem Dreck nicht besonders auffallen soll, aber die Fettspritzer, die wirklich _überall_ sind, sind dennoch unnübersehbar. Echt eklig.
Teppiche und Küche raus; Kacheln und Tapeten runter.
Heute Mittag war dann auch gleich der Elektriker da und hat sich angesehen wo er ein paar Schlitze klopfen darf. Ehrlich gesagt hatte ich eher weniger Kontakt mit der handwerklichen Zunft, aber der Herr war nach wenigen Sätzen, die er mit mir gewechselt hatte, bei mir im Kopf schon als “Schlack” abgestempelt.
Pi mal Daumen hat er auch einen Kostenvoranschlag gemacht. 500-600 Euro würde es sicherlich kosten. Also ca. 10h Arbeit - ohne Verputzen. Das hätte nochmal 400 Euro gekostet. Das lasse ich aber der Kosten wegen von einem Bekannten machen - oder mache ich in der Mittagspause selbst. Gips anrühren, traue ich mir noch zu.
Während sie die Wohnung angeschaut haben, hat er mir dann noch gesagt, dass die Kosten ohne Mehrwertsteuer seien. Schlack!
Ob ich einen Computer haben würde, was ich bejahte (wer denn nicht?). Dann sollte man auch eine extra Stromsicherung für einen Computer vorsehen. Dollarzeichen blinkten in seinen Augen auf, worauf ich nur sagte: Hab’ ein Notebook. Na dann würde das keinen Sinn machen, grummelte er.
Der Kollege, den er noch mitgebracht hatte, machte sich derweil am Fernsehanschluss zu schaffen. Der natürlich “Oh Wunder” nicht gehen würde. Evtl. hätte der Vorbesitzer “ja irgendwas gedreht, weshalb das nun nicht mehr ginge”. Ich meinte nur, gut wir können ihn ja mal fragen, der ist nur zwei Etagen tiefer gezogen. Worauf der Anschluss “Oh Wunder” wieder funktionierte.

6 Kommentare

am ·

Hört sich nach viel Arbeit an, aber vielleicht kannst Du den Vermieter, nicht den Vormieter überzeugen, ein paar Sachen zu übernehmen?
Zu einem Umzug kann ich Dir nur die Arbeitsvermittlung Stgt empfehlen, über die kannst Du (Ex-)Studenten ordern, die beim Umzug helfen, kosten ~12 Euro die Stunde und wir habens schon 3 Mal mitgemacht, lohnt sich, wir sind ja alle nicht mehr so jung.
Wenn Du willst, kann ich Dir auch einen Elektriker empfehlen, einen nicht-Schlack.
Liebe Grüße
Andreas

lemming ·

Danke für den Tipp mit der Arbeitsvermittlung. Beim nächsten Mal dann, denn mit so viel ziehe ich da gar nicht ein. Ein Sofa, ein Schreibtisch, ein Regal und eine Lampe. Evtl. noch ein Fernseher.

War vorhin in der Wohnung. Der Elektriker ist da und haut bereits Schlitze in die Wand. Ich denke der wird heute looooocker fertig. Also doch nix mit 600 Euro. Ausser die Berechnen 2x Anfahrt und den KV. :/

lemming ·

Kleiner Nachtrag: Mittlerweile ist der Elektriker fertig und die Maler tapezieren die Wände neu. Der Elektriker hat nur 8h gebraucht. Obwol ja die Rede von 10h oder mehr die Rede war. Grund: ich habe den ganzen Tag über von der Firma frei genommen und den Teppich raus gerissen und den Fliesenspiegel in der Küche zerdeppert.

Uwe ·

Und Silke???

lemming ·

Nix mehr.

Uwe ·

Mist.

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