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Notar, Notar. Limiteds, Limiteds.

October 26, 2007

Unsere Eintragung beim Handelsregister ist nun endlich auf seinem Weg - und kommt hoffentlich nicht wieder zurück. Denn beim ersten Versuch ist unsere Limited gleich an vier Hürden gescheitert. Was in Ulm mit meiner Holding kein Problem war, ist im Stuttgarter Handelsregister ein bisschen … bürokratisch. Oder anders gesagt mühevoll. Die dortige Sachbearbeiterin hat uns auf zwei Seiten erklärt warum die Eintragung unserer Hauptgesellschaft beim ersten Versuch gescheitert ist.

  1. Unsere Holdings waren als Directors im englischen Companys House eingetragen, was so nicht stimmte. Ein Fehler von der Agentur über die wir die Registrierungen angemeldet hatten. Das fiel uns aber erst bei der Monierung durch das Handelsregister bei uns auf. Denn es wird in all den Dokumenten die man bekommt auf Seite 50 ganz klein erwähnt. Lösung war im englischen Handelsregister den Fehler korrigieren zu lassen.
  2. Der Notar hatte vergessen Vertretungsnachweise für unsere Holdings beizufügen. Wurde nachgereicht.
  3. Laut Definition des Stuttgarter Registergerichts können englische Directors nur gesamtvertretungsberechtigt sein und nicht einzelvertretungsberechtigt. Das kann man so nciht eintragen hieß es. Das dachten wir uns aber bereits und haben daher gleich zu Anfang einen Gesellschafterbeschluss gefasst in dem die zwei Direktoren eine Einzelvertretungsberechtigung zugestanden wird. Sonst wäre die Firma in Philipps oder meiner Abwesenheit handlungsunfähig.
  4. und dann noch die Befreiung nach §181 BGB. Das englische Recht kennt solch eine Einschränkung nicht und eine Befreiung könne daher auch gar nicht eingetragen werden. Gnaa.

Jetzt sollte alles seinem Gang gehen. Bei Gelegenheit werde ich mal zusammen rechnen wie viel eine Limited im Endeffekt kostet.

8 Kommentare

at ·

“Bei Gelegenheit werde ich mal zusammen rechnen wie viel eine Limited im Endeffekt kostet.”
Bei dieser Gelegenheit könntest du dann auch verraten, wie du den Vertrauens- und damit Kundenverlust durch die Wahl der falschen Rechtsform quantifizierst.

lemming ·

Definiere mal “Die falsche Rechtsform”, bitte.

abraxas ·

Ich denke er meint damit die Wahl der Limited. Ich weiß das Limited´s gerade deutschen GmbH´s oder AG´s einen relativ schlechten ersten Eindruck machen.

Tobias ·

Andere Kapitalgesellschaften schauen ins Handelsregister wenn sie sich ihrem Gegenüber nicht sicher sind. Das machen die nicht nur bei einer Limited, sondern auch bei GmbHs

Uwe ·

Oh, ich bin ja auf Deiner Weblog-Rolle. Mille Gracie :-)!

lemming ·

De nada, Uwe.

sascha ·

Das Argument, dass Limiteds schlecht seien einfach weil sie einen schlechten Ruf hätten (lese: weil sie schlecht seien, was für sich genommen schon total gaga ist), liest man immer wieder. Mich erinnert das an die Frage, ob Linux oder Windows “scheisser” ist.

Die Gründe für (meinetwegen auch gegen) eine bestimmte Gesellschaftsform sind eben nicht die selben wie die für eine platin AMEX oder ´ne perlmuttweisse Visitenkarte mit Prägedruck. Und bzgl. des Vertrauens eher eine Frage des Geschäftsumfeldes und zu erwartenden -Volumens. Das Zauberwort lautet “Kosten-Nutzenanalyse”.

Und wer das anders sieht, der findet Star Trek vermutlich sogar besser als Star Wars. Das ist ja soetwas von lame.

lemming ·

Hmm, da habe ich ja was losgetreten. Mit Limiteds habe ich jetzt mittlerweile an Erfahrung. Kann ich wohl mit Recht behaupten. Schließlich habe ich drei davon auf den Weg gebracht. Was die Administration einer Limited angeht, so verbraucht sie da einfach mehr Zeit und Nerven als eine GmbH - wobei ich bei der GmbH keine Erfahrung habe und nur vom Hörensagen weiß, dass das auch nur marginal mehr einfacher ist.

(Relativiert sich auch, wenn man bedenkt, dass bei der Gründung einer GmbH der Notar 3h lang die Gesellschaftervereinbarung vorliest. Bei einer Ltd. dauert der Notartermin zur Anmeldung beim HR nicht mal 5 Minuten.)

Die zwei alles entscheidende Vorteile für eine Limited sind

Probleme gibt es auf den Ämtern nicht mehr. Da hat sich schon einiges Eingespielt und beim Gang zum Gewerbeat hier in Stuttgart hat das ausgefüllte Formular, auf dem Ltd. und Cardiff prankten, der Sachbearbeiterin nicht man ein müdes Lächeln hervorgezaubert. Hinter ihr prankten mehrere Ordner mit der Aufschrift “Ltd.”.

Dass da das eine oder andere “Handwerkerle” sich vom Ltd. auf einem Briefkopf abgeschreckt fühlt, mag sein. Dann geht man halt zum nächsten oder zahlt die Hälfte im Voraus.

Limiteds sind weit nicht so schlecht wie ihr Ruf. Oder würde jemand der Google Ltd. Ireland misstrauen, nur weil Sie ein Stammkapital von nur 1.000 Euro hat?

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