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So macht’s echt kein Spaß

June 10, 2005

Der Lohn eines Programmierers, sind die Momente, bei der er seiner Kundschaft (und sei es auch Intern) die eigene Arbeit vorführt. Wenn ein Prozess automatisiert wurde, der zuvor viel Arbeit machte. Wenn das Interface so ausgefuchst ist, dass es Spaß machen wird damit zu arbeiten.
Doch leider gibt es eine Sorte von Menschen, die sich nur in extremen ausdrücken können und kein gutes Haar an allem lassen. Zumal sie von Auftragsprogrammierung (ergo Veränderungen) nichts halten, nur weil es ihren Arbeitsbereich tangiert.
So jemand saß gerade bei mir, weil ich ihr die Fortschritte bei einem Programm, dass die Störungsmeldungen unserer Kunden halbautomatisieren sollte, vorführen wollte, und beschwerte sich mit so konstruktiver Kritik wie »Fenster zu klein« oder »ich will ein ordentliches Fenster«. Dann war sie noch ungehalten, weil die Druckfunktion nicht implementiert war, obwohl ich ihr sagte, dass ich zuerst mit ihr darüber sprechen wollte, wie so ein Bericht überhaupt auszusehen hätte.
Auch sonst war es ihr nicht möglich auch gute Vorschläge ihrerseits mir so zu vermitteln ohne das Projekt grundsätzlich und die Programmierabteilung im generellen zu verurteilen.
So macht’s echt kein Spaß. Habe ich eigentlich schon gesagt, dass ich Maschinenprogrammierer werden will?

8 Kommentare

Angels ·

Es rennen leider ein paar hochrangige Affen auf unserem Planeten rum. Ohne jetzt direkt die Tiere beleidigen zu wollen.

Ich habe mal eiskalt ein Projekt abgebrochen, da der Kunde mir beimm ersten grob Entwurf (den ich nur auf mehrfaches Drängeln dem Kunde zeigte) auf Kleinigkeiten einging die überhaupt nicht relevant zu dem Zeitpunkt waren.

Seitdem ist mein Lieblingsspruch in solchen Situationen

“Das Blau ist nicht blau genug”

… genau das sagte der Kunde mir.

Ronnie ·

Ich schliesse mich dem Vorredner an: Abbruch wenn möglich - ist besser als sich bei jedem Schritt über solche Leute ärgern zu müssen, die einem im Anschluss bei der Rechnungsstellung noch Ärger machen.

Wenn das nicht möglich ist, auf die heftig bürokratische Schiene ausweichen. Detailiertes Lasten- und Pflichtenheft, von beiden Seiten abgezeichnet. Projektreporting, Teilabnahmen, etc. So detailiert wie irgend möglich.

Frank ·

Maschinenprogrammierer haben es auch nicht einfach. Da sagen einem oft die Bediener, wie etwas zu funktionieren hat. Dies wiederspricht dann meist der Planung und der Mechanik
Aber mit zu kleinen Fenster haste da nicht zu kämpfen. Jedoch das mit dem blau habe auch schon erlebt: die Signallampe der anderen Maschinen ist viel blauer als ihre… jaja, die Kunden… hängt die Produktion und der redet von blauen Signallampen…

Angels ·

Notiz an mich selber: Mehr Kaffe am Morgen gegen Rechtschreibfehler
P.S.: Sitze gerade auch am Kundenprojekt. Kunde hat auch schon gerade angerufen. Also ich fühle gerade ganz mit dir.

Harald ·

Lemming,

das Gemaule von externen Kunden ist häufig die Vorbereitung auf ihre schlussendliche Zahlungsverweigerung.

Bei Internen verhält es sich so, daß das Gemaule über die Arbeit der Kollegen nur dazu dient, die eigene Person, die eigene Position aufzuwerten.

lemming ·

Angels und Ronnie, ist leider Intern und ich muss es machen. Es hat bis jetzt auch viel Spaß gemacht, weil ich mir wirklich viele Gedanken über das Interface und den Arbeitsprozess gemacht habe.

@Frank, trotzdem will ich das hier alles nicht mehr machen. Mag sein dass es anderswo besser läuft wo man das gleiche macht, aber anderswo wo was anderes gemacht wird, ist es auf jeden Fall besser.

@Harald, ich hatte bis jetzt nur einen Kunden der mir den Schlaf in der Nacht geraubt hatte -das war erst vor kurzem, hab darüber auch geschrieben-, ansonsten stressen nur meine Kollegen, weil die wohl denken ich sitz den lieben langen Tag vor dem Computer und hätte hier den lockersten Job.

Warum jetzt die aber so auf dem Projekt rum hackt, weiß ich nicht. Vielleicht ist es auch nur ihre blöde bäuerliche Art. Oder sie reagiert sich im letzten Monat, in dem sie jetzt noch hier ist einfach ab.

Peter ·

Thilo, ich fühle mit dir. Unserem Team geht es zurzeit genauso wie dir. Wir sind sein fast einem Jahr dabei, ein CRM-System (Siebel) in unserem Unternehmen einzuführen. Leider sind die Mitarbeiter extrem konservativ und wollen das nicht benutzen. CRM mit Excel-Tabellen sind ihnen lieber, obwohl wir ihnen wirklich tolle Sachen anbieten.
Das System wird derart abgelehnt, dass wir schon hinschmeißen wollten. Unser Glück ist nur, dass die Geschäftsleitung und 3 der 4 Gesellschafter auf unserer Seite sind und die Mitarbeiter zwingen wollen. Das macht die Leute aber leider nicht toleranter.

Erfahrungsgemäß ist die Sache noch viel schlimmer, wenn es um unternehmensinterne Entwicklungsarbeit geht. Weil dann “kostet das ganze ja nix”. Zumindest augenscheinlich. Dass wir allerdings innerhalb eines Jahres schon 200.000€ für Training (Schulng der Mitarbeiter und Schulung der Programmierer), Support und externe Mitarbeiter ausgegeben haben, das fällt keinem auf. Schade.

g3no ·

Es geht auch anders:
In meiner Firma teilen sich 10! Programmierer 2 Laptops.
Dies hab ich meinem Kunden erzählt und das das immer so scheisse ist das einem alle Einstellungen rausgehaun werden usw.
Am Montag kam dann eine Email das der Kunde mir gerne für die Dauer der Zusammenarbeit (die warscheinlich noch > 1Jahr gehen wird) ein nagelneues Toshiba M40 Laptop zur Verfügung stellen möchte.
2h später wurde das Ding dann inkl. Bluetooth Maus und 1Gb Usb Stick originalverpackt vorbeigebracht

Es gibt auch noch Kunden die sich um Ihre Dienstleister kümmern, auch wenn das eine riesengrosse Ausnahme ist.

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