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OS/2

March 07, 2005

OS/2 Warp LogoDie Serie zur Klärung der Computer-Geschichte geht weiter. Jahre vor dem Macintosh war Microsoft und IBM mit MS-DOS bzw. PC-DOS sehr erfolgreich. Diesen Erfolg wollte IBM mit einem neuen Betriebssystem fortsetzen. Der Nachfolger OS/2 startet als gemeinsame Entwicklung von IBM und Microsoft. Zur selben Zeit entwickelte Microsoft an einem eigenen Projekt - Windows.
Zwei Jahre später erschien unter gemeinsamer Flagge OS/2 NT. NT stand einst wie heute für »New Technology«. (Wer einen Windows 2000-Startbildschirm kennt, dem fällt vielleicht dieser kleine Satz auf: »Basiert auf NT-Technologie«).
OS/2 1.0 war zunächst ein 16Bit-Betriebssystem und konnte bereits präemptives Multitasking. D.h. der Absturz eines Programmes führte nicht zum Absturz des kompletten Betriebssystemes und Programme liefen im Hintergrund weiter.
Die erste Version von OS/2 war trotz einiger wichtigen Features (Z. B. der Shredder - eine Art Papierkorb) kein Kassenschlager. Der Grund war, es liefen nur sehr wenige DOS-Programme. IBM machte somit den Umstieg seiner Kunden auf OS/2 dadurch nicht sehr schmackhaft. 1990 hatte Microsoft mit Windows 3.0 und dem darauf folgenden Windows 3.11 for Workgroups einen derart großen Erfolg, dass sie der Entwicklung von OS/2 den Rücken kehrten.
Im April 1992 kam Version OS/2 2.0 und unterstützte alle DOS und Windows-Programme. Es war ein echtes 32Bit-System und konnte somit theoretisch 4GByte Speicher adressieren.
Der Veröffentlichungstermin war nur ein Jahr vor dem ersten Release von Windows NT 3.1 (In Wahrheit Version 1.0). Microsoft hatte keine Kosten und Mühen gescheut, ebenfalls ein 32Bit-Betriebssystem auf den Markt zu werfen. Für 150 Millionen Dollar warb Microsoft den Chefentwickler David Cutler und sein Team von der Computer-Firma DEC ab.
Windows NT bot ebenfalls Kompatibilität zu Windows 3.1, konnte präemtives Multitasking und lief zudem auf Alpha-, Intel-, PowerPC- und MIPS-Architekturen.
Ende 1994 erschien OS/2 Warp. Die dritte Version und IBM rührte kräftig die Werbetrommel. Automatische Hardware-Erkennung, eine integrierte Programmiersprache (ReXX) und volle Netzwerkunterstützung sollten IBM nur knapp ein Jahr an die Spitze katapultieren bis Windows 95 erschien.
Heute noch ist IBM OS/2 in der Industrie und größtenteils bei Banken im Betrieb. Vorraussichtlich 2006 wird IBM den Support einstellen. Eine letzte OEM-Version, die eComstation, wird von der Firma Serenity Systems mit Hilfe einer beachtlichen Internet-Community weiterentwickelt.

3 Kommentare

Igor ·

Interessant auch der Beitrag dazu von Computer und Kommunikation beim Deutschlandfunk: http://www.dradio.de/dlf/sendungen/computer/353478/

lemming ·

Danke für den Tipp. Ist auch noch sehr interessant zu lesen.

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