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mv day /dev/null

January 31, 2006

Ach je, heute trete ich jedem mit meiner Meinung irgendwie auf die Füße. Meinem Chef habe ich groß und breit erklärt warum ein schlichtes Webforum, das unter der GPL steht, besser für die Zwecke eines »Intranets« geeignet ist, als etwas selbst programmiertes. Zumal wir allerhöchstens ein paar Stunden dafür verwenden dürfen. Am Ende wurde mir dann noch erklärt warum ich besser recherchieren müsse, wobei alle Fragen die ungeklärt blieben, vor der Recherche noch nicht bekannt waren.
Dann hat mir eine Kollegin eine Mail weitergeleitet, die von einem Softwarelieferanten stammte. Da ging es irgendwie um die Webseite unserer Partners. Ein Kunde, der auf deren Seite versuchte über eine PLZ-Suche herauszufinden, wer für ihn Ansprechpartner ist, stößte auf einen Bug. Die Anfrage funktionierte nicht. Also habe ich netterweiße der Programmiererin der Seite geschrieben, dass die PLZ-Suche nicht funktioniere. Als Antwort blaffte sie nur, der Kunde hat wahrscheinlich (!) nicht auf “Abfragen” geklickt.
Quatsch mit Soße. Im IE geht’s im Firefox geht’s nicht.
Dann noch ein etwas speziellerer Fall. Über die LUGS-Mailingliste bekam ich Wind von einer Kampagne die eine LUG aus Norderstedt wegen einer Hilfsaktion, die Computer an Namibia spenden will, gestartet hat. Eigentlich ist es fast schon eine Hetzkampagne.
Grund ist, das Charity-Network will einige Computer von Schülern und Arbeitslosen zusammen stöpseln lassen, diese mit Windows 2000 bespielen und nach Namibia schicken. Ansprechpartner dort, ist wohl der Lions-Club, der wohl auch Kontakte zu den Lehrkräften hat.
Natürlich will eine LUG Linux auf den Rechnern sehen - erst Recht in Schwellenländern.
Aber die Veröffentlichung des Schriftverkehrs zwischen dem Projektleiter, Herrn Zielinksi, und der LUGN, ohne die Einwilligung des Leiters halte ich für bedenklich.
Dann das ganze aber noch aufzubereiten, an verschiedene Pressestellen und annähernd an jede LUG-Mailingliste in Deutschland zu schicken, finde ich etwas übertrieben.
Ein Dialog wird dadurch nicht gefördert, eher verhindert. Als Ansprechpartner wird seitens Charity-Networks der Lions-Club in Namibia genannt. Dieser empfängt die Spende und gibt sie an die Lehrkräfte weiter. Nach Aussage des Projektleiters sei die Bestückung mit Windows 2000 gewünscht. Warum hat die LUGN nicht überprüft ob der Lions-Club tatsächlich Windows 2000 will? Warum hat man stattdessen Joris Komen, einem nicht unbekannten Vertreter der Namibischen Organisation SchoolNet, die E-Mail von Herrn Zielinksi zugeschickt und dessen Antwort im Webforum als “die Antwort der Spendenempfänger” tituliert? Das war sehr unprofessionell.
Als ich in dem Webforum darauf hinwies, dass die Vorgehensweise nicht akzeptabel war und zumindest die Zustimmung von Herrn Zielinski zur Veröffentlichung seiner E-Mail eingeholt hätte werden müssen, bekam ich als Antwort von Bernhard (das drehende Rädchen bei der Geschichte), man hätte meinen Standpunkt kapiert und alles weitere sei »rumtrollen«.
Tapp, noch jemandem auf den Fuß getreten.

6 Kommentare

Martin ·

Hallo lemming,

es ist schon ein starkes Stück was da so manchmal läuft.
Ich finde es generell gut solche Projekte zu unterstützen, allerdings könnte man auch bei uns in Deutschland eine solche Initiative für unsere Schulen gebrauchen!
Auch in unseren Schulen sieht es zu 90 % nicht besser aus.

lemming ·

Stimmt, wobei da der Mittelstand Kopf stehen würde.

Peter ·

Selbst Schuld. Was willst du denn auch mit einer eigenen Meinung…

Pascal ·

Ich sehe eigentlich nicht, dass du dich irgendwie falsch verhalten hättest. Man kanns nur halt nie allen recht machen.

at ·

Das mehrzeilige Verweisen auf eine Veröffentlichung, die man selbst für bedenklich hält, halte ich für mehr als das.

Angels ·

Manchen Leuten sollte man erstmal den Gehaltsscheck wegnehmen und Sie ein paar Tage bei Wasser & Brot einsperren, damit die mal auf eine Ebene der Realität zurückkommen.

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