← Journal · Archiv

Terrorgefahr subjektiv objektiv betrachtet, Herr Schäuble

August 23, 2006

Um das Leben, das Glück und die Rechte eines jeden zu schützen, werden jene Bürgerrechte die Grundlage für Glück und ein freies Leben sind, Stück für Stück durchlöchert und abgeschafft.
Was gewichtet bei einer akuten Terrorbedrohung, wie wir sie jetzt in Deutschland haben, mehr? Das Leben, Glück oder die Rechte aller?
Unabhängig von der Angst vor einem Terroranschlag - oder genauer gesagt die Angst objektiv betrachtet - bleibt von der eigentlichen Gefahr nicht viel übrig, wenn wir sie mit einer anderen Gefahr vergleichen - dem Straßenverkehr.
In Deutschland starben letztes Jahr 5.361 Menschen bei Autounfällen. Im gleichen Jahr starb meines Wissens nach kein Deutscher an einem Terroranschlag. Das dieser Vergleich wenig Substanz hat, sehen wir uns das ganze global an.
Seit der Erfindung des Autos vor mehr als 100 Jahren kamen ca. 20 Millionen Menschen durch einen Autounfall ums Leben. Durch die hohe Motorisierung unserer Zeit werden mittlerweile eine halbe Million Menschen pro Jahr auf der Welt durch Autos getötet.
Der Auslöser für eine härtere Gangart beim Thema Terrorismus war der 11. September 2001. In diesem Jahr starben knapp 6.000 Menschen durch einen Terroranschlag. Weltweit - die meisten jedoch in den USA.
Grob ausgedrückt: Die Chance irgendwo in der Welt von einem Terroranschlag getötet zu werden, ist in etwa genau so hoch, wie von einem grünen Auto an einem Samstag oder Sonntag tot gefahren zu werden.
Terrorismus ist gemessen an den Opferzahlen die wir zur Erkämpfung freiheitlicher Bürgerrechte, wie Meinungsfreiheit, Reisefreiheit oder Freiheit auf Selbstbestimmung erbracht haben, ein Leichtgewicht auf der Wage des Souverän.

12 Kommentare

Peter ·

Ganz deine Meinung (wobei du deine Meinung ja nicht wirklich gesagt hast). Nur um potentiellen Terror bekämpfen, dürfen wir keine Grund- und Menschenrechte über den Haufen werfen.
Deswegen finde ich die Aktion der amerikanischen Richterin gegen Bush letzte Woche sehr wichtig.

Angels ·

Ich finde es auch sehr traurig was momentan mit der Welt, verzeih, mit Deutschland “abgeht”. Wenn man Freiheit für etwas aufgibt um die Freiheit zu wahren hat man nichts mehr von der Freiheit.

goldener colt ·

tja, genug futter für jeden verschwörungstheoretiker bietet uns ja die regierung derzeit. aus meiner sicht sind viele dieser sog. “terror” akte nichts weiter als der an den haaren herbeigezogene bedarf den menschen in seiner freiheit zu beschneiden. frei nach dem motto: je mehr TV und Zeitungen lesen je mehr angst-potential kann sich breit machen, je mehr angst der bürger verspürt desto grösser die leichtigkeit menschenrechte zu beschneiden.

mal abgesehen davon, das ich diese USAmanie nich ganz kapiere. europa ist ein so schöner komplex…wieso lassen sich die korrupten politiker nur auf so einen deal ein…

kju ·

Die Politiker wissen halt, daß eine Bevölkerung in Angst leichter zu handhaben ist. Und eine Bevölkerung in Angst die flächendeckend von Video überwacht wird, ist halt noch besser.

Meine Meinung: Der Terrorismus wird im Bundestag gemacht und nicht in Regionalzügen.

lemming ·

Wobei sich die Frage aufdrängt, ob eine Videoüberwachung von Bahnhöfen so viel erfolg verspricht.
Die Londoner Tubes sind gespickt mit Videokameras. Alle zehn Meter hängt eine von der Decke und dennoch konnten Terroranschläge verübt werden.

lemming ·

Ganz wie bei Orwell.

Ifish ·

Hm,
vom Gefühl her wird mir bei der drohenden Videoüberwachung auch etwas flau,
wobei es mir aber an eindeutigen Gegenargumenten fehlt. Tut es mir weh, wenn ich irgendwo gefilmt werde? Hat irgendjemand Interesse, zu schauen, wo ich überall bin, wo ich mich befinde?
Um es mal anders zu auszudrücken:
Klar sind z.B. auf meinem PC private Daten, die könnte ich mit einer Firewall schützen, was ich nicht mache. Den wen interessieren diese Daten? Zumal der Aufwand, daran zu kommen, sehr hoch ist.
Genauso verhält es sich doch mit der Videoüberwachung:
a) interessiert sich kein Schwein für mich
b) wäre der Aufwand imens, meinen Weg damit nachzuverfolgen.

Oder denke ich falsch?

lemming ·

Blödes Beispiel, aber gibt es nicht dieses eine Video mit den besten Szenen aus Bahnhofsüberwachungen? Ich meine so Bumsszenen?
Die Aufnahmen waren auch nie für die Öffentlichkeit gedacht und wurden trotzdem vom Überwachungspersonal geschnitten und veröffentlicht.

Matthias ·

Nun ja mir tut es eher um das rausgeworfene Geld leid. Dieser Überwachungsunsinn ist sicher unheimlich teuer.

DeadLegion ·

Ifish, das sehe ich ähnlich wie du…
zu b muss ich allerdings sagen, dass es in Zukunft wesentlich einfacher wird deinen Weg nachzuverfolgen. Denn Software in Kombination mit einem Leistungsfähigen Rechner kann da in nicht allzu ferner Zukunft viel machen. Gesichter, Kleidung usw. wieder erkennen und auf weiteren Kameras verfolgen.
Das wird schneller möglich sein, als einem Lieb ist…

Aber wirklich stören tut es mich auch nicht, wayne interessiert schon der Otto normalverbraucher… Und die Leute die es interessiert, sind diejenigen die auch überwacht werden sollten, in den meisten Fällen…

ASDasdASD ·

ASDF

Peter ·

recht hatter

Kommentar hinterlassen