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Worst Case

May 20, 2005

Mir ist Speiübel. Ich habe heute den größten Bock in meiner Karriere als Informatiker geschossen. Bei einem unserer Kunden wird jede Nacht ein Verzeichnis über eine DSL-Leitung repliziert. Die Replikation läuft nur in eine Richtung. Es werden nur die Änderungen kopiert und Dateien die auf der Replikationsquelle fehlen werden in einer .gelöscht-Ordner verschoben. So werden jede Nacht ca. 40GB an Daten durchforstet, kopiert oder verschoben. Dafür ist ein Programm verantwortlich das ich geschrieben habe.
Gestern stellten wir das Replikationsziel von einem Novell-Server auf einen Windows-Server um. Leider unterlief mir beim Angeben der Pfade ein schwerwiegender Fehler. Ich setzte den Pfad eine Ebene zu hoch.
Heute Nacht war mein Replikationsprogramm acht Stunden damit beschäftigt die kompletten Daten (und ich meine wirklich alle) unseres Kunden auseinander zu nehmen, bis der Windows-AT-Befehl es automatisch stoppte.
Nun stehen wir vor einem Trümmerfeld. Die komplette Arbeit unseres Kunden ist zwar nicht vernichtet, aber so angeordnet, dass ein Rollback nicht möglich ist. Die einzige Rettung ist eine Datensicherung von Donnerstag, da die Bandsicherung, wie ich heute Erfahren habe, erst eine Stunde nach meinem Programm anläuft.
Ich könnte gerade Kotzen.

10 Kommentare

Ronnie ·

Das kann ich gut verstehen. Vor so einem Tag hatte ich die letzten Jahre auch Angst. Läuft alles ist es nicht der Rede wert, aber ein winziger Fehler kann verhängnisvoll sein und dann steppt der Bär.

Wenigstens gibt es eine Datensicherung!

RA Michael Seidlitz (macviser) ·

Kopf hoch.
Du kriegst das schon irgendwie hin.
Viel Glück und viel Erfolg.

sven ·

das versteh ich nicht - wenn die replikation nur in eine richtung läuft, wie kann auf der anderen seite etwas zerstört sein? bzw. kann von der anderen seite nicht rückkopiert werden?

lemming ·

sven, der Order über dem Replikationsziel beinhaltet auch noch andere Daten, die nicht von der Replikationsquelle kommen. Ich hatte sozusagen das Replikationsziel falsch gesetzt. Deswegen hat das Programm angefangen die Dateien und Ordner zu verschieben, weil er sie auf der Replikationsqulle nicht finden konnte.

martzell ·

Backuplösungen sind ein heißes Eisen. Wenn der Kunde Daten verliert kann er Schadenersatz fordern dass du nicht mehr froh wirst. Aber zum Glück gibt es eine Datensicherung. Ein Kunde von uns hat nach Jahren festgestellt dass seine Datensicherung nie funktioniert hat, gerade als er sie gebraucht hätte.

Pascal T. ·

Ich muß gestehen, dass ich wie sven auch nicht ganz verstanden habe, warum das jetzt eine solche Katastrophe ist.

Ihr habt zwei Rechner: A und B. Zwischen A und B liegt eine DSL-Leitung. Die wichtigen Daten sind auf A, und werden jede Nacht nach B kopiert, d.h. auf A wird überhaupt nichts verändert. Klar, auf B herrscht jetzt das totale Dateichaos, aber ist auf A nicht trotzdem alles beim Alten? Oder war B auch eine wichtige produktive Maschine? Denn sonst bräuchtet ihr B doch nur zu formatieren und neu aufzusetzen.

lemming ·

Soweit gibt es jetzt Entwarnung. Die Daten sind von Donnerstag wiederhergestellt. So’nne Scheiße

Uli ·

Junge, Lemming - ich habe es erst gerade gelesen. Mach mal halblocker. Ist doch nichts passiert - jeder hat sich beim rsync mit –delete schon mal vertan, das kann doch überall passieren. Oh, wieder Windows Welt - Robocopy?

Ich bin guter Dinge, daß auch du es schaffen wirst :) *duck*

Ifishy ·

Hi,
ich sag nur eines:
Aus Fehlern lernt man, so schlimm ist es nicht; aber ärgern würde ich mich genauso

Matthias Breddin ·

Ohje, sowas ähnliches ist mir letztens auch passiert, zum glück nur mit meinen eigenen daten, die aber nichtsdestotrotz wichtig sind

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