Eigentlich wollte ich auf einen Beitrag in Franks Weblog antworten. Jetzt reicht es aber für einen eigenen Artikel.
Die Baumansicht, insbesondere die die man auf und zu klappen kann, ist die schlechtesten Methode um etwas hirarchisch darzustellen. Leider machen es sich viele Programmierer einfach und schauen sich die Programme ab die bekannt sind. So zum Beispiel der Explorer in dem auch eine Baumansicht in der schlimmsten Form zu sehen ist.
Die Gründe sind
1. Die Baumansicht verschiebt beim Öffnen einer neuen Ebene die Elemente unterhalb der ausgewählten Ebene. Sie verändern sozusagen ihren Platz.
2. Inkonsitenz. Dinge die ich in der Baumansicht sehe (Bsp. der Desktop und Ordner auf dem Desktop) kann ich über tiefere Ebenen wieder erreichen (Windows-Verzeichnissttruktur).
Wiederum andere Elemente (Systemsteuerung, Netzwerk, etc.) sind davon nicht betroffen.
3. Ich kann nur sehr schwer Dateien ebenfalls in einer Baumstruktur zusammen mit den Ordnern darstellen. Die Liste würde zu lang werden. Beim Ausklappen eines tieferen Ordners würden dessen Dateien das ganze Bild sprengen.
Als einzige Alternative favorisiere ich die Spaltenansicht. Zu sehen ist diese Spaltenanischt im MacOS-Finder, in iTunes-Browser, im Hardware-Erkennungs- oder im Drucker-Installationprogramm von Windows.
Jede Ebene wird durch eine Spalte repräsentiert. Wählt man in der ersten Spalte z.B. einen Ordner wird dessen Inhalt in der Spalte rechts daneben angezeigt - inklusive Dateien. Klickt man wiederum darin auf einen Ordner, wird dessen Inhalt - logischerweise - in der nächsten Spalte angezeigt. Übersichtlicher, logischer und kontrollierbarer. Es werden keine Ordner nach unten verschoben um Platz für die Ordner in einer tieferen Ebene zu schaffen.
Hat man mehr als drei Ebenen (also auch drei Spalten) verkehrt sich das Ganze aber ins Gegenteilige. Die Breite des Fensters oder des Bildschirms reicht nicht mehr aus um tiefere Ebenen darzustellen.
Ein weiterer Nachteil ist, dass Ebenen die sich zwei Ebene tiefer als die bereits geöffneten Ebenen befinden nicht mehr per Drag&Drop oder Mausklick erreichbar sind.

Ich rate jedem Programmierer es sich gut zu überlegen ob er eine Hirarchie mit einer Baumstruktur darstellen möchte. Bei nicht mehr als drei Ebenen ist eine Spaltenansicht die bessere Wahl.

13 Kommentare
Ich mache leider viel zu oft die Beobachtung, dass sich Windows-User gar nichts Besseres vorstellen können, als diese lächerliche Baumstruktur. Sobald man mehr als zwei Bildschirmhöhen scrollen muss, sollte es eigentlich jedem einleuchten: man erkennt überhaupt nichts mehr! Und hässlich ist es obendrein.
Diese Scheiße ist einer meiner absoluten Hauptgründe, sich für MacOS X zu entscheiden. Die dortige Spaltenansicht hat zwar auch gewisse Nachteile, ist aber die beste Lösung, die mir bisher untergekommen ist.
Tod den Bäumen!
Dafür hab ich in der Baumansicht einen besseren Überblick über die Verschachtelungen - ohne 21373 sinnlose Klicks produzieren zu müssen.
Also ich mag Bäume, und bleibe deshalb im Wald.
Hm. Ich gehöre wohl zu denjenigen, die nur Bäume kennen. Aber soo schlimm find ichs auch nicht, wenn man dran gewöhnt ist.
Grund 2 ist manchmal wirklich nervig. Wieso kann ich “Eigene Dateien” einmal über den Desktop erreichen, und dann nochmal über win/…/…/ ??
Wieso gibt es überhaupt “Desktop”?? also Dateien, die in einer hierarchischen Darstellung des Speichers, _über_ den Laufwerken dargestellt wird? schwebt dass dann im raum rum oder was?
Weil den Desktop sonst niemand finden würde?
Viele Kunden wollen extra eine Baumstruktur in ihrer Software, ich hasse sie ebenfalls. manche finden es sogar cool in einem Treeview einen Minibalken zu haben und durch sinnloses scrollen den passenden Eintrag zu finden - sieht doch irgendwie professionell aus…
Du findest deinen Desktop unter Mac OS X auch, ohne das er »gemountet« wird.
Mir fällt gerade ein das in den Anfängen des Internets statt Flash-Navigationen auch solche Baumnavigationen in Java kursierten. Die waren damals schon mt 56k-Modem übel. Aber dank Java laden die heute nicht mal bei DSL schneller.
Manchmal kommt man aber auch bei mehr als 3 Ebenen nicht um eine Baumstruktur herum. Ich bin gerade am Programmieren einer Anwendung, bei der es eine Struktur mit 5 Ebenen gibt. Da gibt es Funktionen, die auf den markierten Eintrag einer beliebigen Ebene angewendet werden können. Bei der Arbeit mit der Anwendung ist es notwendig, schnell zwischen oberster und unterster Ebene zu wechseln und beides im Blick zu haben. Das geht mit einem Baum IMHO wirklich einfacher als mit Spalten.
Aber ich denke, dass ist einfach auch eine Sache der Gewöhnung: wer jahrelang mit den explorermäßigen Bäumen hantiert hat, wird die Finder-Spalten etwas sperrig finden - und umgekehrt.
@lemming: Diese Java-Baum-Navigationen gibts leider immer noch an manchen Ecken im Web. Nicht nur die lange Ladezeit nervt, meist sieht das ganze auch noch ziemlich grauslig aus.
Desktop finden in Baumstruktur unter Windows ist schwierig, wenn es ihn nicht ganz oben gäbe
Frank, ja da hast du Recht. Da muss man wohl den Dekstop nach ganz oben tun, ihm eine prominentere Position geben, da man ihn sonst nie wieder findet.
Solara, wie gesagt, man sollte es sich gut überlegen wo und wann man eine Baumstruktur verwendet. Ebenso wann eine Spaltennavigation sinnvoller ist. Mein letztes Projekt und mein nächstes Projekt verwenden bzw. werden eine solche Spaltendarstellung verwenden.
Man muss in diesen Programmen nichts von einer Ebene zur anderen verschieben, was ein »zeigen« mehrer aufgeklappter Ebenen notwenig machen würde. Es ist nur dazu da um Abhängigkeiten und Hirarchien darzustellen und das macht es meiner Meinung nach »ruhiger« als eine Baumstruktur.
Btw. allerschärfstes Willkommen, solara.
Baumstrukturen findest du ja doch nicht immer schlecht, lieber Lemming. Dein Hardtware Outliner ist nichts Anderes Ich hoffe dur verzeihst mir diese Provokationen. Dass beim Aufklappen die Zeilen darunter ihren Platz auf dem Bildschirm ändern, sehe ich kaum als Problem, da die Hierarchie die selbe bleibt und bei guter Visualisierung erkennt man nach wie vor den dritten Punkt der ersten Ebene. Schwierig wird es nur wenn die Hierarchie nicht zu überblicken ist weil zu groß. Dann ist die Spaltenansicht besser.
Bei einer kleinen Navigationsmenge sind Reiter (Tabs) besser, da die jeder auf Anhieb versteht.
Welche Darstellung die Beste ist? Darauf gibt es nur eine Antwort: Es kommt darauf an! It depends! Wichtiger als Baumstrukturen einfach durch Spaltenansichten zu ersetzen ist der gesunde Menschenverstand.
Am Wichtigsten finde ich eine der ältesten Regeln im User-Interface-Entwurf: Horizontale Bildlaufleisten sollten in Listen unbedingt vermieden werden! Und: eine Listenzeile sollte in der Höhe immer ganz angezeigt werden oder ausgeblendet werden, da horizontal halbierte Buchstaben nicht lesbar sind. Die aktuellen Windows und Mac OS X Listen-Objekte berücksichtigen das leider nicht mehr. Vor wenigen Jahren sah das noch anders aus.
Interessantes Thema. Der dritte Weg wurde aber noch gar nicht besprochen. Google z.B. verwendet bei GMail keinerlei Ordner sondern “labels”. Im Prinzip also Stichworte, die den Emails zugeordnet werden. Vorteil ist die Möglichkeit eine Email mehreren Labels zuzuordnen, was das unnötige Vervielfältigen von Dokumenten komplett überflüssig macht.
Ich denke es gibt einige Dokumente, wo das die sinnvollste Strukturierung ist.
ich habe z.B. Meine Links versuchsweise in einer Kombination aus Labels und Spaltenansicht strukturiert:
http://www.moryson.net/links.cfm
Hallo
Ich bin grade auf der suche nach einen Patch, welches mir die Spaltenansicht von OSX auch in mein Windows Explorrer reinarbeitet. Doch entweder gibt es keins oder es ist ziehmlich versteckt. Wie wärs, oben schreibt lemming, das er ein Progamm programiert könnte der nicht auch so ein Patch schreiben
Hey
ich auch ich suche auch ne Spaltenansicht in dem Explorer
denn ich will nicht so nen NeXplorer verwnden oder den iFinder for WIndows
wisst ihr da irgend etwas ?