Nichts ist gut genug, wenn man ein Perfektionist ist. Nicht einmal die eigene Einstellung zum Perfektionismus ist gut genug um Perfektionist zu sein.
Ich wäre gerne ein Perfektionist, dann aber wiederum doch nicht. Ich habe die Angewohnheit oberflächlich zu arbeiten. Zwar bin ich auch Bemüht einem Programm oder einem Framework - meinem Sourcecode - ein modulares, objektorientiertes Aussehen zu verleihen, aber das nur in zweiter Linie. Gerne wäre ich ein Typ Mensch der ungezwungen Kritisieren kann, ja geradezu egozentrisch ist, ohne fürchten zu müssen, man stampft ihn mit den eigenen makelvollen Machwerken zu Brei.
Alternativ könnte ich auch ein Kritiker sein, der alles kritisiert ohne auch nur ein eigenes Werk zu schaffen. Solche Menschen bringen es weit (Unternehmensberater). Bis auch der letzte Mensch in Ihrem Dunstkreis auf die Idee kommt »Hey, der hat doch selber keinen Plan«.
Weitere Alternative: Sei ein egozentrischer Künstler, der soweit hoch oben im Kopf ist, dass kein anderer, Niemand nicht, auch nur an dein Genie heranreicht. Das ist zwar auch nur alles Show, aber niemand wird einen Hebel finden um dich vom Thron zu stoßen. Picasso war solch ein Mensch.
Oder man reißt sich wirklich am Riemen und arbeitet Tag und Nacht an sich selber und an seinen Projekten. Nachteil, man ist nie mit sich selber zufrieden und stirbt rastlos, arm und ohne je etwas vollendet zu haben.
Der Mensch kann kein Perfektionist sein, da nichts perfekt sein kann. Er kann sich der Perfektion nur nähern - wie alles andere sich nur der Lichtgeschwindigkeit nähern kann - aber sie nie erreichen.

8 Kommentare
Schöner Text
Bleibt nix hinzuzufügen.
Wirklich ein gelungener Text in dem ich einige eigene Erfahrungen wiedererkenne.
Du sprichst mir aus der Seele!
Schön dich wieder öfter schreiben zu sehen.
Und falls doch mal jemand die Lichtgeschwindigkeit erreichen sollte, muss es ein Perfektionist sein.
PS: Warum sehe ich hier gerade 4 verschiedene Anzeigen für akademische Ghostwriter? Komische Assoziation, die Google da für Perfektionisten hat.
Ja Olaf, die haben wohl den Trigger auf irgend ein Buzzword hier.
Witzigerweise haben sich in den Kommentaren auch nur Programmierer zu Wort gemeldet - es muss also noch ein Trigger im Text versteckt sein
Perfektionismus behindert. Pragmatismus bringt einen weiter. Nur bei allem Pragmatismus sollte man doch an die Zukunft denken.
Nicht kritisieren zu dürfen bevor man etwas Gleichwertiges geschaffen hat richtet sich gegen Journalisten, Tester und Usability- / Benutzbarkeitsprofis.
Außerdem ist es anmaßend anderen den Mund zu verbieten die nicht das gleiche erreicht haben wie man selbst.
Man sollte Kritik immer als Ansporn nehmen. Oft kann man daraus Verbesserungsmöglichkeiten ableiten.
Nur Kritik von Leuten die keine Ahnung haben geht mir gewaltig auf die Nerven und wird absolut ignoriert oder mit besseren Argumenten bekämpft.
Ich dachte eigentlich hier etwas beschrieben zu bekommen,dir mehr den “Perfektionist” etwas näher bringen!Mein Freund ist einer und ich glaube, das er dringend Hilfe brauch…Ich weiß noch nicht mal ob “DAS” was schlimmes ist!..Hmmm!Trotdem interessanter Text!
Das was in text steht stimmt zum teil.
Manchmal oder meistens bin ich selber so eine
kleine Perfektionisten und nichts ist gut genug,aber so
erreicht man etwas !