Das ich mich in den letzten Wochen hier nur sporadisch gemeldet habe, liegt daran, dass ich mit Sack und Pack umziehe. Mit meinem Server. Von 1&0 zu einem kleineren Provider in meiner Nähe.
Der Beweggrund war u.a. eine E-Mail die ich vor kurzem von 1&1 bekommen hatte. Der Support für Linux-Server mit 2.4er Kernels würde nun eingestellt. Bedeutete also dass ich im Falle eines Falles alleine da stehe. Einen neuen Kernel via ssh zu bauen traute ich mir nicht wirklich zu. Zumal mein E-Mail, meine Websites und alle Projekte die ich in den letzten Jahren gemacht hatte, auf diesem einen Server liefen.
Also habe ich mir bei einem Bekannten, der selber eine Internetdienstleistungsfirma hat einen Server gemietet. Das kostet mich genau so viel wie bei 1&1, hat aber grandiose Vorteile.
Ich hab’ eine Telefonnummer bei der ich anrufen kann wenn’s brennt. Ich werde fair behandelt und bin nicht nur eine Kundennummer. Ich kann, nach Anmeldung, ins Rechenzentrum spazieren und selber an die Kiste ran. Als Betriebssystem habe ich Ubuntu gewählt, da ich mich mit Debian (relativ) am besten auskenne und Ubuntu mir lieb ist.
Den Server konnte ich komplett selber installieren. Die letzten Nächte verbrachte ich mit Postfix, SASL und Cyrus. Eine Hassliebe, das kann ich euch sagen. Nun läuft alles und der erste KK-Antrag für die erste Domain ist schon raus. 1&1 hat mir die Vollmacht über die Freigabe sogar bestätigt. Das war beim letzten Domain-Handel ein Chaos sonders gleichen.
Wenn alles klappt habe ich bis Ende nächster Woche alle meine Domains, u. a. lemming.name, auf meinem neuen Server.

4 Kommentare
Hassliebe?
Hmm, also SASL und Cyrus war ruckzuck installiert und konfiguriert.
Als SMTP-Server verwende ich Exim, indem der Mailtransport zu Cyrus (mittels LMTP) in ein oder zwei Zeilen konfiguriert werden kann.
Ich bin mit diesem Gespann völlig zufrieden und werde es auch in zukünftigen Serverinstallationen verwenden.
Ich hatte bei Postfix ewig das Problem das ich in der main.cf smtpd_sasl_auth_enable = yes falsch geschreiben war. Ich hatte smtpd_sasl_auth_enabled = yes geschrieben.
Ich hätte in der Zeit, an der ich da rum getüfftelt habe, fast einen SMTP-Server from the scratch selber programmieren können. Würde Kylix auf Ubuntu laufen
Eigener Server ist Gold wert, da man nicht auf die Gnade Dritter angewiesen ist um mal dies oder das installiert zu bekommen (beliebt z.B. Perlmodule). Wenn man es sich leisten kann, ist ein Managed-Server mit Service-Level-Agreement (vieleicht) noch schöner.
Wir haben uns auch einen Root vor 2 Jahren besorgt, das es uns auf den Senkel ging, 3 Stunden zu warten, bis der neue E-Mail Account aktiv wurde. Außerdem war das Schlund Interface grausam langsam. Mittlerweile hat sich das frapide geändert, aber den Root geben wir dennoch nicht her, da wir da schon einige Kunden hosten.