In meiner Firma ist das Betriebsklima etwas im Keller. Ich habe ja schon ein anderes Mal darüber berichtet. Um diesen Umstand zu ändern, sprich das Klima zu verbessern, habe ich mir ein System ausgedacht. Ein Freund hat es in seiner Firma bereits ein ähnliches angewendet. Ich spreche von einem Mitarbeiterbewertungssystem.
Jeder Mitarbeiter, auch die Halbtagskräfte und freien Mitarbeiter, haben pro Monat eine Stimme mit der sie einen anderen Mitarbeliter wählen können. Optional ist es möglich den gewählten Kollegen über den Grund in Kenntnis zu setzen, warum er gewählt wurde. Die Gründe beschränken sich auf eine vorhandene Auswahl, die wie folgt lauten kann: »Engagierte sich über sein Tätigkeitsfeld hinaus, Ist sehr Kollegial usw.«. Die Wahl ist geheim. Die drei Mitarbeiter mit den meisten Stimmen gewinnen die Wahl und erhalten einen Bonus von 100 Euro, bzw. 50 und 25 Euro. Jeder der an der Wahl teilnimmt, bekommt selber eine Stimme. Sich selber kann man nicht wählen.
Von diesem System erhoffe ich mir eine Motivation meiner Arbeitskollegen, sich kollegialer zu verhalten und an sich selber zu arbeiten. Kollegen die sich wirklich anstrengen, bekommen ein Feedback und dazu noch einen Bonus. Sie sehen dass sich ihr Engagement »auszahlt«. Jeder Mitarbeiter der nicht unter den ersten drei ist, bekommt am Ende des Monats eine Aufstellung seiner Punkte und warum er gewählt wurde. Einigen wird sicherlich auffallen dass sie keine Stimme ausser ihrer eigenen bekommen haben und dann hoffentlich an sich selber arbeiten.
Die Vorteile gegenüber anderen Mitarbeitermotivationssystemen sind, dass nur positiv bewertet werden kann und dass das Kollegium sich selber bewertet und nicht ein Vorgesetzter, der stehts seine Sekretärin vorschlägt.
Der Nachteil ist natürlich auch, dass so ein System korrumpiert werden kann. Mitarbeiter A wählt Mitarbeiter B und andersrum, weil sie so dufte Kumpels sind. Oder Abteilung A wählt grundsätzlich niemand aus Abteilung B.
Sicher wäre das destruktiv, aber ich bin mir sicher das nach dem ersten Mal Wählen sich dieses kindische Verhalten legt und man sich sagt: »Diesmal wähl’ ich den Maier, weil der Maier beim Projekt XY echt ran geklotzt hat«.

11 Kommentare
Viele Firmen sind ein großer Kidnergarten. Das wird oft nicht bemerkt. Da läuft mehr als man denkt… viel Glück beim Verteilen der Bauglötze
Wenn das Mal nicht in “Arschkriecherei” endet. Aber probieren sollte man es auf jeden Fall mal.
Na denn viel Erfolg damit.
psysp, wenn es in Arschkriecherei endet, dann habe ich mehr erreicht als ich erhofft habe
Oje, das würde bei einem unsere Kunden sicher nicht klappen. Ehr gehen die sich an die Gurgel, wie ich heute feststellen durfte
Ich will Details hören Denny Los erzähl mal.
Das größte Problem dürfte sein, die Geschäftsführung zu überzeugen, dass das Auszahlen wirklich reell gemeint ist und nicht nur rhetorisch …
Ansonsten: interessante Idee!
175 Euro um die Belegschaft bei Laune zu halten ist wirklich nicht viel. Ich hab’ schon von Chefs gehört, die leihen ihren Masserati über’s Wochenende ihrer Belegschaft aus.
jaja, es soll wirklich Unternehmer geben, die auf gut gelaunte Arbeitsnehmer wert legen und dies auch fördern. Manchmal bringt das auch mehr Arbeitsleistung als mit der Peitsche jeden Arbeitswillen zu erschlagen.
“175 Euro um die Belegschaft bei Laune zu halten ist wirklich nicht viel.”
vs.
“175 Euro auszugeben für etwas, was ich doch eigentlich als Selbstverständlichkeit erwarten kann, ist ja wohl keiner Diskussion wert.”
Nicht alle Arbeitgeber haben verstanden, dass es für Arbeitnehmer mehr Anreize gibt bzw. geben sollte als die monatliche Gehaltszahlung …
Das wird sich auch die nächsten Jahrzehnte wohl nicht ändern. Wir sind nunmal ein durch und durch spießiges Volk. Ausreißer werden selten belohnt und besonderes Engagement als Selbstverständlichkeit angesehen. Bei dem angesprochenen Untnehmen ( wo keiner unter 45 ist), gilt zumeist die Prämisse, jede Mitarbeiter ist ein potenzieller Konkurrent. Da herrscht großes Mißtrauen, das oftmals selbst vom Junior Chefs ausgeht. Teamarbeit gelingt dort nur unter sehr großen Anstrenungen (Messe etc.). Als der Senior Chef noch richtig aktiv war, lief das Geschäft blendend, doch er, mit seinen über 75, tritt nun kürzer. Die Wirtschaftsverhältnisse tun ihr übriges zur Motivation :-/
… Sich selber kann man nicht wählen… Einigen wird sicherlich auffallen dass sie keine Stimme ausser ihrer eigenen bekommen haben…
Das passt nicht so ganz ist aber nicht weiter tragisch. Die Details ergeben sich schon noch.