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Augmented Reality - Mein ultimatives Spielzeug der Zukunft

June 05, 2009

Augmented Reality

Ich wünsche mir eine Brille, oder vielmehr einer Vorrichtung mit der ich Daten, Bilder, dreidimensionale Objekte auf meine Netzhaut - direkt in mein Auge - projizieren kann. Diese Brille sollte meine Kopfbewegung, meine Kopfneigung, meine Blickrichtung und meine exakte Position auf der Erde erkennen können. Ebenso meine direkte Umgebung anhand eines Abtasters/Landschafts-Scanners/3D-Scanners. Es sollte ebenso eine Breitband-Internetverbindung besitzen.
Mit solch einer Brille wären Monitore überflüssig, denn ich könnte meine “üblichen” Anwendungen überall auf unendlich viel Platz und tiefen projizieren. Ähnlich wie ich das mit <a href=”http://hardtware.de/products/3dgui.php”>3D GUI</a> von 2004 gemacht habe. Man stelle sich einen leeren Schreibtisch vor. Statt Monitoren habe ich nur eine Tastatur und eine Maus auf dem Tisch. Direkt vor mir sehe ich durch die Brille die Fenster meiner Anwendungen “schweben”. Schaue ich zur Seite, bleiben die Fenster dank der Daten über meine Kopfbewegung, Kopfneigung und Blickrichtung korrekt an der selben Stelle stehen - wie wenn Sie auf echten Monitore wären.
Meine wichtigen Dateien liegen als Dokumente auf meinen echtem Schreibtisch vor mir. Durch den 3D-Scanner kennt die Brille meine unmittelbare Umgebung mit allen Hindernissen. Dadurch lassen sich Dokumente auf dem Schreibtisch bewegen, lassen sich durch die simulierte Schwerkraft auf den Tisch fallen und stossen sich physikalisch korrekt an meiner realen Kaffeetasse.
Wenn ich eine E-Mail abschicke, sehe ich noch wie sie sich vor meinen Augen in einen Briefumschlag verwandelt und durch’s Fenster fliegt. Möchte ich ein Dokument mit einem Kollegen teilen, werfe ich es ihm mit einer Handbewegung durch den Raum, wobei es auf seinen Schreibtisch landet.
Auf der Straße ist mir die Brille ebenfalls eine Hilfe. Mittels GPS kennt sie meine exakte Position und zeigt mir beim Spaziergang nach Hause viele interessante Dinge. Neben (natürlich) viel Werbung sehe ich an den Hotels, ob sie noch Zimmer frei haben, am Kino, was gerade läuft. Vor dem Kino sehe ich sogar einen 3D-Trailer des neuen 3D-Films (Terminator XVI). Wenn ich lustig bin, könnte ich ihm erlauben den Ton des Trailers auf meinen Kopfhörern abzuspielen. Auf dem Heimweg verlaufe ich mich in meinem greißen Alter nun auch nicht mehr. Auf dem Boden ist der Weg sehr gut sichtbar für mich als Pfad markiert.
Was früher Real Estate war und im 21. Jahrhundert Domains sind, wird in der Zukunft dann wieder Real Estate sein - allerdings in der Augmented Reality. Das Recht seine Werbung, seine 3D-Installation in Augmented Reality auf ein Stück Land via Internet einzustellen kostet bei den Augmented Reality Anbietern Geld - und das nicht wenig. Level-Designer sind die Schöpfer von Augmented Reality Computerspielen (Pacman und Doom in Echt). Sie bauen 3D-Werbeanimationen, die mich auf dem Gehweg anspringen, Interfaces mit denen ich vor dem o. g. 3D-Kino Karten kaufen kann, die 3D-Filme produzieren.
Die echte Welt, angereichert mit einer zweiten, die erst durch eine AR-Brille sichtbar wird, wäre für einen Programmierer ein wahnsinnig spaßiger Ort.

7 Kommentare

frank · June 5th, 2009 at 2:58 pm

Das ist Holodeck andersrum, also doof - aber vielleicht ein Weg zum Holodeck

lemming · June 5th, 2009 at 3:12 pm

Holodeck ist lame und wird sich nur im Pornobiz durchsetzen. Ansonsten ist AR die Zukunftstechnologie die ähnlich wie das Auto, der Computer und das Internet die Welt revolutionieren wird!

Will Sagen · June 5th, 2009 at 8:47 pm

Ich glaube, a) dass das kommt, was du beschreibst und b) dass wir dann längst über Tastatur und Maus als Eingabekrücken hinaus sind.

lemming · June 5th, 2009 at 10:06 pm

Yeah! Was könnte man sich denn dann für Eingabegeräte vorstellen? Ich kann mir noch keine bessere und schnellere Eingabemethode für Texte als über eine Tastatur vorstellen. Als Ersatz für eine Maus kann ich mir Gesten sicher auch vorstellen, aber für Präzision wäre eine Maus sicher doch richtig, oder?

martzell · June 6th, 2009 at 5:54 pm

Die Maus ist genauer als eine Fingerspitze. Noch genauer geht es mit einem Stift. Texte diktieren setzt die Erfindung eines Akustik-Dämmfeldes voraus, damit keiner mithören kann.

Augmented Reality wird cool. Die virtuelle Realität bricht in die echte Welt ein. Die erweiterte Wahrnehmung wird zum Standard für den Menschen der Zukunft. Ohne fühlt er sich verkrüppelt.

Gefahr besteht durch Projektionen die Realität vortäuschen. Wie in Ghost in the Shell. Der Polizist schießt im Supermarkt auf einen Amokläufer. Im Überwachungsvideo sieht man des es den Amokläufer nicht gab. Scheinbar fing der Polizist unvermittelt an um sich zu schießen. Jemand hatte sich in sein E-Brain gehackt.

lemming · June 7th, 2009 at 2:50 am

Ja, Menschen werden sich ohne wie abgekappselt und “behindert” fühlen. Stellenweise heute schon bei Blackberry- und Internetnetsüchtigen zu beobachten. Ohne Twitter-App in Recihweite ist manch einer ja schon “incomplete”

Krasser wird’s dann wenn wirklich jeder AR an sich trägt, stöndig an hat und die Realität in den Hintergrund rückt. Z. B. jemand lässt sich hippe Klamotten per AR auf den Leib projizieren, hat aber in Wirklichkeit Lumpen an. Oder jemand anderes ein hübscheres Gesicht und mag sich im Spiegel ohne AR gar nicht mehr ansehen.

lemming · June 7th, 2009 at 2:55 am

Etwas Offtopic bzgl. Projektionen die die Realitöt vortäschuen. Ich habe mal über eine sehr interessante Tese nachgedacht, die in naher Zukunft eine sehr große Rolle spielen.

Man stelle sich vor man könne ein Video- ein vermeintliches Live-Video von jemand drehen, der davon keine Ahnung hat. Stimme und Aussehen eines Schauspielers werden so verändert, dass er aussieht wie z. B. Obama. Vermeintlich gedreht wenn die Kameras aus sind, lästert er über den Islam und seine Berater.

Oder man fängt an die Vergangenheit mit Filmmaterial zu manipulieren das nciht echt ist - aber täuschend echt ist.

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