Gestern Abend war ich auf Kneipentour durch Stuttgart. Ich wollte eigentlich gar nicht den Grand Prix, ich meine Song Contest, der EuroVision mitverfolgen. Leider gab es in Stuttgart keine Kneipe oder Bar, bis auf eine, die nicht den Fernseher oder die Stereoanlage an das ARD gekoppelt hatte. So begab es sich daß, selbst auf der Straße man nicht umhin kam die Ergebnisse mit zu bekommen. Je nachdem wer grölte, konnte man sehen wer die Punkte bekam. Ich hatte noch nie was für den Schlager Wettbewerb übrig, als noch eine Jury die Punkte, im Namen ihres Landes, vergab noch heute mit dem Telefonvoting. Dies gibt zwar dem Volk die Macht, ist jedoch nur noch eine Farce. Malta gibt zwölf Punkte an Griechenland, zwölf Punkte von Zypern an Griechenland, zehn und zwölf Punkte von Griechenland an Malta und Zypern. Andorra(!), zwölf Punkte an Spanien. Spanien zwölf Punkte an Deutschland. Danke an den Ballermann. Da die Macher in der Türkei sich sowas wohl schon dachten, haben sie die ganzen relativ unvoreingenommenen Länder an das Ende gesetzt. Die einzige Objektive Entscheidung kam wohl von Estland, die jedoch Russland mit gleich mal null Punkten bedachten. Schöne EuroVision. 32 Länder die gegeneinander buhlen und eine noch größere Kluft zwischen ihren Ländern schaffen, indem sie sich solcher Kleinkriege hin geben. Schon leicht ermüdet von dem Schauspiel wankten wir zur bereits oben genannten Bar. Wo ein Wasser allerdings bereits zehn Euro kostet. Also dann doch ab nach Hause. Auf der KönigsStraße sang und zupfte ein junger Mann mit englischem Akzent mit seiner Gitarre ein paar Lieder aus dem Mainstream. Robie Williams und Konsorten. Er hätte von mir zwölf Punkte bekommen. Nicht weil er gut gesungen hätte, nein weil er die richtige Bühne gewählt hatte.

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