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Google Flu Trends - Der Pandemie durch Suchvolumen auf die Schliche kommen.

November 17, 2008

Wow, mit Google Flu Trends hat Google mal ein richtig nützliches Werkzeug für die Pandemieerkennung entwickelt. Abhängig von der Häufigkeit der Benutzung des Wortes “flu” oder “Fieber” oder der entsprechenden Übersetzung in jedem Land auf der Welt und unter Verwendung einer Lokalisierung des Users anhand seiner IP, kann Google eine Pandemie frühzeitig erkennen. Besser als es bisher möglich war. Laut Times Magazin 10 Tage eher, als es die CDC bisher vermocht hat.
Wozu könnte Google noch die Häufigkeit der Suchanfragen in Verbindung mit IP-Lokalisierungen verwenden? Zum Beispiel um Wahlen in US-Staaten vorauszusagen? Mich würde mal interessieren, wie viele Leute wo nach “McCain” und wie viele wo nach “Obama” gegoogelt haben. Ob es eine Entsprechung zu den Wahlmännerstimmen gibt?
Oder wie wäre es mit dem Tourplan 2009 von Depeche Mode? Könnte man Wochen vorher herausfinden, in welcher Stadt Depeche Mode als nächstes auftritt?

8 Kommentare

René · November 19th, 2008 at 10:37 am

Habe ich letztens auch erst gelesen und dachte mir so, hey, nun ein Google-Bomb-Flash-Mob für Ebola in DE - mal sehen, was das auslöst. *g* Einfach zig tausend Anfragen am Tag nach Ebola und dann mal gucken, wie das einschlägt.

Ehrlich gesagt finde ich diese Statistik eher wackelig, denn es beruht auf der Grundlage, dass wenn ich Schnupfen und Husten habe, danach suchen würde. Wieso sollte ich nach einer “Krankheit” suchen, deren Sympthome größtenteils bekannt sind - nicht zuletzt durch die Medien, die jedes Jahr auf’s Neue eine kleine Hysterie und den unterschwelligen Wunsch forcieren, man solle sich ja impfen lassen.

Sicherlich, zum tendenziellen “Gucken” mag das gehen… aber eine genaue Aussage über eine Krankheit, anhand von Suchhäufigkeit zu geben, finde ich bedenklich - grenzt ja dann eher an Wahrscheinlichkeitsanalysen.

Da finde ich die “Spielerei”, die Wissenschaftler mit World of Warcraft wohl schon einmal ausgestet haben wesentlich “natürlicher”. Dort wurde das Verhalten der User bei einer Pandemie nachgestellt, indem wohl eine Art Seuche in das Spiel apliziert wurde.

lemming · November 19th, 2008 at 6:07 pm

lol @Ebola-Flash-Mob. Made my day.
Ich denke die Ausschläge sind schon soweit signifikant, dass man auf eine Häufung von Fieber in einer Region schließen kann. Also ich denke da nicht an eine Differenz von wenigen hundert Suchanfragen, sondern eher schon an tausende. Meinst du nicht?

lemming · November 19th, 2008 at 6:07 pm

Was war denn mit WoW?

René · November 22nd, 2008 at 9:00 am

@Aussagekraft… nunja, also ich persönlich würde wg. Schnupfen und Fieber nicht unbedingt ‘ne Suchmaschine bemühen. Aber es soll ja auch Leute geben, die wg. soetwas sofort zum Arzt rennen - was ich auch nicht nachvollziehen kann - insofern mag das vielleicht diesen Leuten geschuldet sein.

wg. WoW: Finde den Link gerade nicht, wo dies beschrieben war aber es war wohl so, dass eine Seuche in das Spiel appliziert wurde um das Verhalten zu analysieren, wie Menschen sich wohl verhalten würden, wenn sie eine hochansteckende Krankheit hätten.

Das erschreckende daran war allerdings, dass es entgegen der sozialen Logik nicht zu einer Eindämmung, durch Rückzug der jeweiligen Personen kam, sondern sich diese Seuche extrem schnell ausbreitete, weil die Leute unbedingt andere anstecken wollten. So unter dem Motto, wenn ich hops gehe, wieso soll nur ich leiden.

Jetzt mag einer sagen, ok, ist nur ein Spiel aber es gab auch hier in DE bereits einen Fall, wo hochansteckende Patentienten, stiften gegangen sind, weil sie keinen Bock mehr auf Krankenhaus hatten.

lemming · November 23rd, 2008 at 8:24 pm

Haha, das hätte ich aber auch voraussagen können. Der klassische WoW-Spieler wünscht doch ohnehin seinen Mitspielern die Pest an Hals

René · November 26th, 2008 at 4:48 pm

Naja, aber es gibt auch im realen Leben Menschen mit totbringenden Krankheiten und denen geht es nur darum, soviele wie möglich anzustecken.

Btw. Wenn Dr. Google krank macht: http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/psychologie/news/tid-9411/cyberchondrie-krank-durch-doktor-google_aid_268018.html … finde ich in diesem Zusammenhang auch sehr passend.

Man könnte also sagen, wo die meisten Hypochonder leben … wäre doch mal eine Alternative zu rotten neighbour *fg*.

lemming · November 27th, 2008 at 12:02 pm

Cyberchondrie. Interessantes Wort. Gibt’s die Domain schon? Verdammt. Gleich sichern. cyberchonder.de ist schon weg.

lemming · November 27th, 2008 at 2:13 pm

Was mir noch einfällt. Da gab’s doch auch ein paar Fälle wo jemand mit einer “AIDS-Spritze” Menschen bedroht hat - dem war alles scheissegal, weil es sein Blut in der Spritze war.

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