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Stop digging, we are fucked.

April 26, 2007

Im Film »A Bitter Sweet Life« von Kim Jee-woon schaufeln während des strömenden Regens eine Hand voll Mafia-Handlanger das Grab für den Protagonisten des Films, der, für den Zuschauer erkennbar, im Hintergrund entkommt. Als der Kapo, den Helden in einem ihrer Autos entkommen sieht, sagt er zu seinen budelnden Handlangern, in einer grotesken Gelassenheit »Stop digging, we are fucked«.

Eine brüllend lustige Situation.

Als ich den Dokumentarfilm »A inconvinient truth - A global warning« mit Hauptdarsteller Al Gore das erste Mal sah, kam mir genau dieser Satz in den Sinn. »Stop digging, we are fucked.«

Die Auswirkungen über unser Handeln wird in naher Zukunft dramatisch sein. Und ich meine nicht irgendwelche Wirbelstürme die irgendwelche Küsten treffen, von der wir eh nur gehört haben oder allerhöchstens mal zum Urlaub dort waren.
Nein, ich meine die Abschmelzung des Landeises in der Antarktis, dass zum Anstieg des Meeresspiegels um 7 Meter führt!

Manche von euch wohnen evtl. im Norden Deutschlands, in einer Wohnung die keine 7m über NN liegt.

Jetzt mag der eine oder andere mit dem Kopf schütteln und sagen, dass ist doch alles Panikmache. Der Al Gore will seine DVD verkaufen oder Tickets für seine Vorträge.
Dem sei gesagt, dass das Wegbrechen von Larsen B, einer 3200qkm großen, antarktischen Seeeisplatte, im Jahr 2002 innerhalb einer Woche, kein Witz mehr ist.

Hier das Schreckensszenario: Durch die Erwärmung schmelzen die Polkappen; der Meeresspiegel steigt und überschwemmt die Küstenregionen der Welt. Milliarden von Menschen werden obdachlos und zu Flüchtlingen. Durch das Abschmelzen der Gletscher im Himmalaya versiegt die Trinkwasserquelle für Millionen von Menschen in Asien. Durch die hohen Temperaturen entstehen lange Dürren. Felder vertrocknen, Menschen hungern.

Über den demoskopischen Wandel in der Republik brauchen wir uns bald keine Sorgen mehr zu machen. Deutschland wird in naher Zukunft genügend Flüchtlinge aufnehmen müssen.

Einige Wissenschaftler waren in der 90ern bereits der Meinung, dass die Erderwärmung viel gravierender ist, als bisher angenommen. Sie waren der Meinung, dass durch den Ausstoß von Rußpartikel in die Atmossphäre, mehr Sonnenlicht von der Erde reflektiert wird, als angenommen. Der Beweis erbrachte der 11. September 2001, als für einige Tage kein Flugzeug abhob. Diese kurze Zeit der »Luftreinhaltung« reichte schon um eine Anstieg in der Strahlenintensität der Sonne zu messen. Durch unsere eigene Umweltverschmutzung haben wir es tatsächlich geschafft, das Unausweichliche ein Stück nach hinten zu verschieben.

Egal wie tief wir durch Umweltverschmutzung unser Grab schon geschaufelt haben, die Chance die globale Erwärmung aufzuhalten oder sogar rückgängig zu machen, ist vertan.

3 Kommentare

Uwe (required) ·

Sei beruhigt, das werden wir nicht mehr erleben. Zumindest nicht mit persönlich negativer Auswirkung.

martzell ·

Lemming, der Pessimist. Allerdings habe ich auch nicht viel Hoffnung.

Vielleicht erfindet die Menschheit eine Technologie die das Gift neutralisiert und die Ozonschicht wieder aufbaut. Ansonsten wird es eng, da trotz Energiesparen, Ökoprodukten und Mülltrennung, die Verschmutzung immer weiter steigt, wegen gestiegenem Konsum. Z. B. nutzte man früher einen Fernseher acht Jahre lang. Aktuell muss nach ein paar Jahren ein neuer flacher her.

lemming ·

@Uwe, oh doch, ich denke dass wir das alle noch miterleben werden. Eine Durchschnitsstemperatur-Rekord jagt den nächsten. Die Klimazonen(!) werden sich spürbar verschieben - mitten in Europa.

@Martzell, ich sehe das glaube ich noch recht optimistisch, denn dort wo vorher kaltes Klima herrschte, wird milderes Klima einsetzen. Mein Tipp: Grundstücke in Grönland kaufen. Nur da wo eine Desertifikation eingesetzt hat, wird demnächst auch Wüste sein.

Die einzige Möglichkeit den Effekt abzumildern, ist eine Wiederaufforstung von ganzen Kontinenten und die Verwendung von erneuerbaren Energien und Solarenergie - schließlich werden wir bald genug Sonnenstrahlen haben.

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