Meine erste Berührung mit Linux ist schon eine ganze Weile her. Es kreuzte des öfteren meinen Weg, aber so richtig verliebt habe ich mich nie. Andere Dinge waren mir wichtiger. Beim dritten Anlauf klappte es dann doch. Ubuntu war mit Abstand die erste Distribution die mir den Einstieg so leicht machte, dass ich mich mehr damit beschäftigten wollte.
Auf die Idee Ubuntu überhaupt auszuprobieren, kam ich über Joerns Weblog (EDV - Ende der Vernunft). Ubuntu basiert auf Debian und wurden von Mark Shuttlewort, einem Millionär, initiert.
Da ich mich auf meiner Arbeitstelle sowieso mehr mit Linux beschäftigen sollte, kam mir Ubuntu gerade recht. Ein ausgezeichneter Starter-Guide beantwortet zu Anfang die meisten wichtigen Fragen. GNU/Linux kann man bekannterweise nicht durch rum klicken lernen. Die Befehle fallen einem aber auch nicht im Schlaf ein. Es ist ein Lernprozeß der, meiner Ansicht nach wie in der IT üblich, nie abreißt. Die Lernkurve gestaltet sich ungefähr so, dass sie zu Anfang sehr sehr steil ist. Erst nach einer gewissen Zeit flacht sie wiederum sehr stark ab. Wer diesen Anstieg hinter sich gebracht hat, beginnt Spaß an GNU/Linux zu haben. Ubuntu half mir diesen Aufstieg schneller zu erreichen als ich es sicherlich mit Debian oder meiner alten Hausdistro Mandrake getan hätte. Dinge wie ein Software-Raid oder das kompilieren eines eigenen Kernels fallen einem dann leichter (An dieser Stelle möchte ich meinem Freund Mike dafür bedanken, dass er sich Zeit genommen hat mir bei den genannten Dingen zu helfen).
Trotz Verfechter diverser GUI-Ansätze (siehe meine Usability-Schublade) finde ich die Bash sexy. Nach einer gewissen Zeit hat man Spaß an vi, der Bash und all den Dingen die man bereits gelernt hat. Sobald man virtuos die Dinge in der Bash erledigen kann, für die man an einem Windows die dreifache Zeit (doppelklick, klick, tast tast, klick) gebraucht hätte, ist das Eis gebrochen.
Da das Mac OS X auf meinem iBook und meinem iMac auf Unix basiert, kann ich alle Teile meiner gemachten Erfahrungen unter Linux weiter nutzen. Und andersrum geht das natürlich auch. Die Paketverwaltung APT von Debian gefällt mir um einiges mehr als der RedHat Packet Manager.
Von xserver bin ich immer noch nicht überzeugt, obwohl das GTK+ das Beste ist, was ich bis jetzt gesehen habe.
Jeder der mit GNU/Linux durchstarten möchte, dem empfehle ich Ubuntu auf’s wärmste.

9 Kommentare
Freut mich das all mein Predigen endlich ein offenes Ohr gefunden hat. Es ist wirklich erstaunlich was sich mit etwas Zeit aus einem Linux alles machen lässt. Und das schöne ist das es umsonst ist und die größte Doku überhaupt gibt. (Google und Konsorten).
weiter so …
Bei http://ubuntuusers.de findest du übrigens eine freundliche deutschsprachige Community bei Fragen zu Ubuntu.
Gruß,
Ronnie
Was ist denn “Xserve”? Ich dachte bisher, das sei ein Stück Hardware von Apple.
Hoppla martin, ich meinte natürlich xserver. Den Wortlaut kann man ja mal verwechseln. Ist’s eigentlich richtig das xserver nicht mehr weiter eintwickelt werden soll? Was ist denn der Unterschied zu X.org und xserver?
Ronnie, ich bin da schon angemeldet. Du kannst ja mal einen Blick auf alle meine offenen Fragen werfen.
Die meisten sind ja schon beantwortet. Konnte zu zweien noch was schreiben. Hoffe das dir das weiterhilft.
Gruß,
Ronnie
Der X-Server ist die netzwerktransparente Zwischenschicht für die Bildschirmanzeige unter Linux. Das ist sehr grob vergleichbar mit Quartz auf dem Mac. Untrennbar mit dem X-Server verbunden ist seine Netzwerkfähigkeit, so daß Programme (=X-Clients) ihre Bildschirmausgabe auch übers Netz schicken können.
X.org und XFree86 sind Implementationen von X-Servern.
Mark Shuttlewort kannte ich als den ersten Afrikaner im Weltall.
Mark Shuttleworth hat viele Wohltätige Projekte am Start. Sein neustes ist das OpenSource-Projekt Schooltool.
Hallo,
.. und es freut mich dass Du mit ubuntu zufrieden bist.
Ich benutze es z.Zt. auch auf meinem Laptop
Aber ich kann nicht nachvollziehen, daß das die Einsteiger-/Benutzerfreudigste oder Fehlerfreiste Distribution sein soll.
Das ist meiner Meinung nach Mandrake.
Nicht nur wegen der Installationroutine (Win-Partitionen können verkleinert werden), auch hatten Sie als erste Distri den Cups-Druckertreiber (mit vernünftigen ppd’s), ein funktinierendes Mountsystem (supermount) und (als zweites - nach Debian) ein eigenes gutes Paketmangmentsystem.
Und alle Software funktionierte - was man von anderen Linux-Distri’s nicht immer sagen konnte.
Bye Jo2