← Journal · Archiv

Warum sich Linux nicht auf dem Desktop durchsetzt

August 28, 2004

Michael Pietroforte schreibt in seinem Weblog die Gründe weshalb Linux bereits jetzt ein Erfolg ist. Dies bezieht sich auf einen Beitrag von Wolfgang Miedl der der Meinung war, das Linux am Desktop scheitert. Ich wollte dies eigentlich als Kommentar zu Pietrofortes Beitrag posten, was aber irgendwie nicht gelang:
Linux wird sich auf dem Desktop nicht durchsetzen, solange die Open-Source-Gemeinde nicht gravierende Sprünge macht. Ein Monopol in einem Bereich zu brechen ist nur möglich, wenn das eigene Produkt besser ist. Linux auf Desktop-Maschinen ist für Normalsterbliche kaum bedienbar. Noch nicht - das ist Fakt. GNOME und KDE schauen fleißig von Apple und Microsoft ab. In manchen fällen schauen sie allerdings die falschen Dinge ab. Die Usability leidet bei X-Server gewaltig. Schlechte Konzepte wurden bisher schlecht kopiert. X-Server-Programme sehen wie Flickenteppiche aus. Ganz zu schweigen von den GUIs. Allein schon die GNOME HIGs lesen sich wie ein Wirwar, zusammen getragen von Dilettanten. Das wird wohl das Hauptproblem sein, warum sich Linux nur schwer auf dem Desktop durchsetzt. Wenn jeder mit machen kann, sieht es auch danach aus.

14 Kommentare

Frank ·

Wer einen Mac benutzt, dem fällt zwangsläufig die komplizierte Bedienung von Linux auf. Aber vielleicht kommt diese ja von Windows, denn wer mehr klicks zu einem Ziel braucht, ist eher ein Profi - oder so

IceHouse ·

Grossartiger Satz, den ich mir sogleich als Losung des Tages entleihen muss
“Wenn jeder mit machen kann, sieht es auch danach aus.”

Gimp Tutorials Fee ·

Bei mehr als 10 Millionen Entwicklern allein in den USA ist es aber fraglich wer von wem abschaut.

Dein Wissen über Linux ist veraltet.

Zudem gibt es viele gute Linuxe.
Welchen meinst du den etwa SuSe, Mandrake, Slack., Debian oder etwa den Borg namens Gentoo.

Das Prob liegt derzeit nicht in der Bedienung, sondern in der Konfiguration.

lemming ·

Ich beziehe mich auf keine Distribution. Schließlich verwenden alle meines Wissens nach GNOME und KDE. Das Linux allein und mit einer Open-Source-Community erst recht ein starkes System ist, ist mir klar. Aber eine Entwicklungsumgebung in der jeder mit machen kann hat auch Nachteile. So folgen X-Server-Anwendungen oftmals keinen Usability-Standards. Ok, das kann man auch von 0815-Windows-Programmen sagen. Aber wenn sie sich an Standards halten, dann sehen sie mit unter trotzdem nicht besser aus, wenn die Usability-Standards ebenso zusammen geflickt sind.

Ich setze vorraus das ein System sich einfach konfigurieren lässt. Das fällt auf jedenfall unter »Bedienung«.

Bei 10 Mio Entwicklern wird Herr Miedl wohl Recht behalten. Die Entwickler sind meistens zugleich die Benutzer. In Relation zu der Gesamtbevölkerung der USA sind das bereits 2,935%. Und das bei einem Marktanteil von 3%.

martzell ·

Von Linux habe ich mich seither immer ferngehalten. Mir ist aber aufgefallen dass Anleitungen für Linux meistens am längsten sind. Während es auf dem Mac klar und kurz gehalten wird. Unter Windows heißt es meistens: “Folgen Sie den Anweisungen des Assistenten / Zauberer / Wizard, der seinen mystischen Zauberstab schwingt und vielleicht das macht was Sie wollen.”

Vielleicht kann man die Computersysteme so klassifizieren:
- Bei Windows muss man sich durchwursteln.
- Linux muss man lernen.
- Der Mac funktioniert sinnvoll und nachvollziehbar (so wie man es eigentlich von einem Werkzeug erwartet).

Be OS / Zeta ordne ich ähnlich wie den Mac ein (wurde schließlich von ehemaligen Apple Betriebssytem Entwicklern entworfen). Nur weiß ich nicht ob Anwendungen und Treiber ausreichend verfügbar sind.

Für die meisten Leute wird Linux wohl besser sein als Windows. Ob sie in der Lage sind OpenOffice selbständig zu installieren und den Internetzugang und die E-Mail Anwendung einzurichten, kann ich nicht beurteilen.

Apropos Flickenteppich. Die Software von Microsoft ist absolut nicht einheitlich. Sogar viele grundlegende Steuerelemente, wie eine Bildlaufleiste sind von Microsoft Programm zu Microsoft Programm unterschiedlich. In Outlook XP sogar innerhalb einer Ansicht. Da die E-Mail Vorschau den Internet Explorer verwendet wird hier keine Office XP Bildlaufleiste sondern die vom IE angezeigt.

Carsten Ringe ·

Ah, BeOS ist mittlerweile nicht-existent. Ich hatte die V4.5 und auch die Personal 5 installiert, leider scheiterte das damals an der mangelhaften Sound-Unterstützung.

Aber bei einem Punkt kann ich zustimmen: Linux muss man lernen. Wobei KDE und Gnome in der letzten Version schon einige große Sprünge nach vorn gemacht haben und mittlerweile auch von Einsteigern bedient werden können. Leider ist sowas immer schlecht zu beurteilen, wenn man selbst kein Linux-Anfänger mehr ist… aber ich denke schon, das auch Einsteiger mittlerweile mit einer gekauften SuSE oder Fedora klar kommen. Ob man dann allerdings Debian installieren kann, ist eine andere Frage.

lemming ·

Sehr schön das aus dem Mund eines überzeugten Linuxers zu hören.

Carsten Ringe ·

Naja, ich habe eben selbst erst SuSE benutzt, mir wurde dann die Bevormundung zu stark und natürlich der Preis zu hoch. Daher hab ich mich drangesetzt und Debian installiert, braucht dafür aber auch gute 2 Anläufe. Der neue Debian-Installer http://www.debian.org/devel/debian-installer/ soll einiges besser machen, aber für unbedarfte Neueinsteiger taugt er sicher auch noch nichts. Die vorinstallierten Desktops KDE und Gnome sind auch nicht immer das Wahre, so dass man um einiges Feintuning wohl nicht herumkommt. Aber das ist bei Apple & Co sicherlich nicht anders. Denk ich.

Carsten Ringe ·

Achso, und nochwas. Unter http://www.bebits.com/app/3892 gibt es anscheinend eine Live-CD von BeOS Max, einem Abkömmling der PE 5. Die werd ich jetzt erstmal starten. *g*

Stephan ·

Hmmm, mir scheint, ihr habt die Kombination “OpenSource” und “Apple Mac OS X” nicht verstanden.
Mac OS X hat ein BSD hinter sich, mit einem X server der von vielen kleinen nicht bezahlten Programmierern gebastelt worden ist.
Warum ausgerechnet sollte Apple denn Software die von vielen freiwilligen Programmierern entwickelt worden ist.
Also muss das doch irgendwie funktionieren.
Was Apple User nicht wissen ist, wie es hinter dem schönen Klicki Bunti Fensterchen und der 1 Tasten Maus aussieht, ist auch nicht wichtig.
Linux und auch BSD ist ein wenig mehr als nur ein bisschen Aqua und nen Apfel
Sonst noch was?
Ja, Linux und der Desktop haben schon mittlerweile mehr Usability als Windows und Apple zusammen. Nu r an dem Aussehen muss man noch feilen.
Installation und Konfiguration ist auch kein Thema mehr. Für die “DAU”s unter den Usern, die sollten sich mal SuSE anschauen oder RedHat. Das ist einfach, simple und schnell zu lernen.
Das einzige was Apple an vorsprung hat ist wirklich das schöne Design. Technisch gesehen ist die Software fast von gestern.

MfG.

\sh

PS: BTW: Apple selbst steuert zu den OpenSource Projekten wie KDE etwas dazu. Siehe Konqueror und Apples Browser Safari

lemming ·

»Was Apple User nicht wissen ist, wie es hinter dem schönen Klicki Bunti Fensterchen und der 1 Tasten Maus aussieht, ist auch nicht wichtig.«

Ist wirklich nicht wichtig. Wieso sollten Sie es auch wissen MÜSSEN?

»Ja, Linux und der Desktop haben schon mittlerweile mehr Usability als Windows und Apple zusammen. Nu r an dem Aussehen muss man noch feilen.«

Nun ich kenne Microsofts Betriebssysteme zu gut und ich habe auch mit GNOME und KDE gearbeitet um zu wissen das alle drei zusammen nicht an Apples Betriebssysteme heranreichen würden. Nicht einmal an das »technisch« veraltete OS 9, das noch keinen OpenBSD-Kern hatte.

Btw. Es gibt auch noch Leute die mit einem Mac SE (von 1986) Briefe und E-Mails schreiben. So rein aus Nostalgie. Genau wie manche noch alles(!) über Kommandozeilen machen.

Das einfache und schnelle lernen von Redhat kann ich bestätigen, wenn man zuvor Windows kannte. Dann kann man sich dort sicherlich großartig zurecht finden, sind doch die meisten Oberflächen von Redmond abgekupfert.

PS: Ich kenne die Ambitonen die Apple beim Konqueror-Projekt hatte. Ich kenne auch die Kommentare die die Apple-Entwickler in den Konqueror-Sourcecode geschrieben haben.

Müller ·

Warum sich Linux noch nicht auf dem Desktop durchgesetzt hat.

Man, gebt doch den Entwickler doch etwas Zeit. Windows Programme gibt es auch nicht erst seit gestern.

In grossen Unternehemn ist Linux bereits über 50% vorhanden. Bei kleinen Unternehemen fehlt einfach das Wissen um Linux.

Eine mögliche Migration scheitert nicht an Linux, sondern an den einzelnen Windows Programme die es noch nicht für Linux gibt.

Der Desktop ist für Software-Unternehmen auch nicht so dermassen Interessant weil er mit hohen Kosten verbunden ist. Die Benutzer in dieser Gruppe sind nicht spez. Ausgebildet und benötigen viel Support der kostet.

Rate euch mal Studien dazu zu lesen.

Olav Schettler ·

Bei jedem Windows-Rechner in meinem umfeld (Büro, Schule, Bekannte, zuhause), der im letzten Jahr wegen Virenbefall unrettbar nicht mehr funktionierte, habe ich per Live-CD Kubuntu (http://kubuntu.org) installiert. Die CD installiert inklusive Hardwareerkennung ein hübsches Betriebssystem inkl. OpenOffice. Mit dem Ergebnis läßt sich angenehm arbeiten und über das integrierten Werkzeug Adept lassen sich (bei vorhandener Internet-Verbindung) problemlos Aktualisierungen durchführen oder Programme nachinstallieren. Linux (zumindest dieses) ist längst auf dem Desktop angekommen.

Also: Nicht rumjammern, sondern missionnieren gehen!

hihiuztrewq ·

hi

Kommentar hinterlassen