Wann kapiert denn eigentlich mein Hauptauftraggeber, dass man Endanwender nicht führen, leiten, wegweisen, lenken, kontrollieren, steuern, administrieren, verwalten, einschränken und beschränken kann? Daraus resultiert nur Ablehnung, Verweigerung und Zurückweisung gegenüber der neuen Applikation an sich.
Der richtige Weg ist eine Oberfläche zu schaffen die agil, beweglich, biegsam, elastisch, flink, gewandt, adaptiv, anpassungsfähig und flexibel ist, die dem Benutzer soviel Freiraum wie möglich lässt. Sie macht sich dadurch unsichtbar und schmerzfrei.
Erfolgskonzept seit nun genau 12 Jahren!
Aber ich bin ja nur eine arme Programmierersau, die begriffsstutzig, einfältig, naiv, weltfremd und auf jedenfall zu jung ist um Plan von dem zu haben was einem Anwender zumutbar ist und was nicht.

5 Kommentare
Und jemand, der gerne lange, einfache, beschreibende, mehrere Zeilen lange Auflistungen benutzt.
Aber die Ansicht über Oberflächenprogrammierung trifft trotzdem den Kern. Vielleicht ändert sich sowas in ein paar Jahren, aber im Moment stecken wir wohl in einem Zwischending von Usability und vermurksten GUIs fest.
Die massenhafte Einführung von SAP in Unternehmen (denke da z.B. noch an R3 zurück) - könnte die These deines Auftraggebers stützen. Der Niedergang einiger beteiligter Unternehmen könnte mit deiner Antithese korrelieren
Na das beste ist aber eine Oberfläche, die einfach von sich aus funktioniert ohne erst groß konfiguriert werden zu müssen.
Wie das hasse, erst mal eine Konfigurationsorgie durchziehen zu müssen, bevor ich ein UI richtig nutzen kann…
Da muss die arme Programmierersau halt mal auf die Barrikaden gehen.. Befreie dich.. ändere die Welt… aber dazu fehlt dann doch die Kraft??
@Ronnie: “Die massenhafte Einführung von SAP in Unternehmen (denke da z.B. noch an R3 zurück) - könnte die These deines Auftraggebers stützen.”
Dass SAP für die Endanwender schwer zu bedienen sein soll, mag für die “Rohauslieferung” im Ansatz richtig sein, aber da gibt es neben dem klassischen Customizing ein kleines Zaubermittelchen namens GuiXT/InputAssistant/Viewer, mit dem man die Oberfläche der klassischen SAP-Anwendungen R/3, mySAP ERP etc. wunderbar an die Bedürfnisse der Benutzer anpassen kann. Dummerweise kennt das nur kaum ein Unternehmen und vergibt damit eine wichtige Chance, die Akzeptanz von SAP bei den Endanwendern zu steigern. Und um hier gleich noch ein Buzzword unterzubringen: mit einigem Hirnschmalz kann man sogar eine AJAX-Oberfläche auf die klassischen SAP-Anwendungen draufsetzen, die dann wirklich “agil, beweglich, biegsam, elastisch, flink, gewandt, adaptiv, anpassungsfähig und flexibel” ist, wie Lemming so schön aufzählt. Interessenten schreiben mir einfach eine Mail (esolara@gmail.com) … Ich hoffe, diese kleine Werbeeinblendung läßt der Lemming mal durchgehen.
Es ist immer einfach, auf bestimmten Problemen herumzuhacken, aber sich nicht mit den Möglichkeiten zu befassen, diese zu lösen. Oft sind es die typischen Manager, die mit ihren Meinungen vom Typ “der alte Mann erzählt vom Krieg” verhindern, dass neue, innovative Ideen der Programmierer einfach aus ausprobiert werden. Was vor 5 Jahren bewährt und üblich war, muß heute nicht immer noch die beste aller Lösungen sein …